"Free Hong Kong": Regierungschefin Lam hat den Demonstrierenden Gespräche angeboten (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Gregor Fischer/dpa)

Zugeständnis an die Protestierenden? Regierungschefin von Hongkong will mit Demonstrierenden reden

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Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam lehnt die Forderungen der Demonstrierenden ab. Und doch will sie auf die Menschen zugehen, mit ihnen reden. In welcher Form, ist noch unklar.

Nach der Massendemonstration gegen die Hongkonger Regierung am Sonntag hat Carrie Lam heute reagiert. Die Regierungschefin der chinesischen Sonderverwaltungsregion sagte, sie hoffe, der gewaltlose Protest vom Wochenende sei der Beginn von Bemühungen, wieder Frieden in Hongkong einkehren zu lassen.

Lam: Möchte den Menschen zuhören

Sie wolle auf die Menschen zugehen. Sie hoffe, ein Dialog mit friedlichen Demonstranten könne ein Weg aus der Krise sein. "Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich möchten den Menschen zuhören und wir wollen dies so schnell wie möglich tun", sagte sie. Dazu solle es unverzüglich eine Plattform für Personen aus verschiedenen Bereichen geben. Weitere Einzelheiten nannte Carrie Lam nicht.

Carrie Lam, Regierungschefin von Hongkong, hat den Demonstrierenden Gespräche angeboten. (Foto: Reuters)
Carrie Lam, Regierungschefin von Hongkong

Einen unabhängigen Untersuchungsausschuss, der sich die Polizeieinsätze der vergangenen Wochen genauer ansieht, lehnt sie weiter ab. Das ist eine der Hauptforderungen der Demonstrierenden. Sie werfen der Polizei vor, viel zu hart gegen Protestierende vorgegangen zu sein. Die Regierungschefin sagte, die bereits bestehende Aufsichtsbehörde sei in der Lage, die Vorwürfe zu untersuchen und aufzuklären.

Eine Frau mit Augenklappe demonstriert in Hongkong - Regierungschefin Lam hat Gespräche angeboten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Gregor Fischer/dpa)
Eine Frau mit Augenklappe demonstriert in Hongkong. picture alliance/Gregor Fischer/dpa

1,7 Millionen Menschen demonstrierten am Sonntag

Am Sonntag waren nach Angaben der Organisatoren 1,7 Millionen Hongkongerinnen und Hongkonger auf die Straße gegangen. Sie protestieren gegen die Regierung die de facto von der Staats- und Parteiführung in Peking eingesetzt worden ist und sie fordern mehr demokratische Rechte. Nachdem es in den Wochen davor regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, blieb das vergangene Wochenende weitgehend gewaltfrei.

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