Polizei: "Terroristischer Vorfall" Journalistin bei Ausschreitungen in Londonderry erschossen

Bei Krawallen im nordirischen Londonderry ist in der Nacht zu Freitag eine junge Frau erschossen worden. Die Polizei spricht von einem "terroristischen Vorfall".

Am Rande der Stadt Londonderry im Norden Irlands ist eine junge Frau durch Schüsse ums Leben gekommen. Der Tod der 29-Jährigen in der Wohnsiedlung Creggan wird von der Polizei als "terroristischer Vorfall" behandelt. Mordermittlungen seien eingeleitet worden, erklärte ein Sprecher.

Bei der Toten handelt es sich um eine Journalistin, die viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben haben soll, heißt es in britischen Medien.

Sorge vor neuen Konflikten in ehemaliger Bürgerkriegsregion

Zuvor war es in dem Viertel, das als Hochburg irischer Nationalisten gilt, zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Auf Bildern von dem Ort sind brennende Autos, gepanzerte Einsatzfahrzeuge der Polizei und schwer bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen. Die Vorsitzende der nordirischen "Democratic Unionist Party", Aline Forster, verurteilte die "sinnlose Gewalt".

Angesichts des geplanten Brexits besteht die Sorge, dass der Konflikt zwischen pro-irischen und pro-britischen Gruppen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder aufflammen könnte. Eine harte Zollgrenze soll deswegen vermieden werden. Die Regelung dafür ist der größte Konfliktpunkt in den Brexit-Verhandlungen.

Mehrere Sprengsätze in Londonderry explodiert

In dem britischen Landesteil treiben paramilitärische Gruppierungen ihr Unwesen. Seit Jahresbeginn sind wiederholt Sprengsätze in Londonderry explodiert, ohne dass es dabei Verletzte gegeben hätte.

Einer davon detonierte im Januar vor einem Gericht mitten in der Stadt, nachdem kurz zuvor eine Warnung bei den Behörden eingegangen war. Unklar war zunächst, ob die neuerlichen Unruhen im Zusammenhang mit dem Osterwochenende stehen, das traditionell für politische Kundgebungen genutzt wird.

Im Nordirlandkonflikt standen sich katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstrebten und protestantische Unionisten, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollten, gegenüber. Am 10. April 1998 wurde mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen ein Waffenstillstand vereinbart

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