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Neues Führungsduo für die SPD gewählt. Ein Kommentar Saskia und Norbert – Schwertgosch trifft Althippie

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Die neue SPD-Spitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wurde vor dem Parteitag über den Tisch gezogen. Dafür punkten sie als Persönlichkeiten, meint Martin Rupps

Das neue SPD-Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hat sich vom "Partei–Apparat" über den Tisch ziehen lassen. GroKo-Aus an Nikolaus? Abgeblasen. Kampfabstimmung zwischen Hubertus Heil und Kevin Kühnert, den Vertretern der alten und neuen Zeit? Ausgefallen. Verkleinerung des Parteivorstands? Im Gegenteil, zwei Stühle mehr stehen am Tisch.

Die Calwer Bundestagsabgeordnete Saskia Esken bei ihrer Vorstellungsrede am Freitag. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Calwer Bundestagsabgeordnete Saskia Esken bei ihrer Vorstellungsrede am Freitag. Picture Alliance

Wer den Apparat gegen sich hat, muss als Persönlichkeit punkten. Saskia Esken machte am Freitag auf "Schwertgosch" mit Proletarier-Vergangenheit. Als Schwäbin will sie lieber unter- als überschätzt werden. Dabei weiß die resolute Dame genau, was sie will. Im politischen Berlin wird sie den Vorschlaghammer rausholen. Zum Glück muss ich mit ihr nicht den Mindestlohn verhandeln!

Norbert Walter-Borjans scheint sein neues Glück, nach seinem Rentnerdasein wieder einer geregelten Arbeit nachzugehen, noch nicht fassen zu können. Auf mich wirkt der 67-Jährige jung im Kopf - ein Althippie. Ein analytischer Volkswirtschaftler mit ein bisschen Künstler im Herz. Von seinem Nimbus als Robin Hood gegen die Steuersünder zehrt er bis heute.

Für die beiden spricht auch, dass ihr Teamgeist glaubwürdig rüberkommt. "Bei Euch ist es Anders als bei Vielen vorher", sagte eine Delegierte am Freitag in Berlin. Finde ich auch.

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