Ein Schüler rauft sich vor dem Wort PISA die Haare  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Jens Büttner/)

Deutschland wieder im oberen Mittelfeld Neue PISA-Studie: Leistungen deutscher Schüler leicht schwächer

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Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie sind in Berlin vorgestellt worden. Es gibt eine gute Nachricht - aber auch mehrere schlechte.

Die PISA-Studie ist die größte internationale Untersuchung von Schulleistungen im Auftrag der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Rund 600.000 Schülerinnen und Schüler in fast 80 Ländern wurden getestet. In Deutschland haben rund 5.500 Schüler im Alter von 15 Jahren an 223 Schulen teilgenommen.

Die positive Nachricht: In allen drei Testbereichen - Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften - liegen die Schüler in Deutschland signifikant über dem Durchschnitt der OECD-Staaten - aber ein bisschen schlechter als beim letzten Mal.

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21 Prozent beim Lesen leistungsschwach

Das gilt auch für den Anteil besonders leistungsstarker Schüler im Alter von 15 Jahren. Bedenklich ist aber, dass fast 21 Prozent der Getesteten beim Lesen als leistungsschwach gelten. Das heißt, sie haben Probleme, den Sinn-Zusammenhang eines Textes zu verstehen.

Auch in Mathematik gilt jeder fünfte Schüler in Deutschland als leistungsschwach. Im Bereich Naturwissenschaften sieht es kaum besser aus.

Chancenungleichheit wegen Elternhaus nimmt weiter zu

Ebenfalls bedenklich: Der sowieso schon beträchtliche Leistungs-Unterschied zwischen Schülern, die aus einem günstigen sozialen Umfeld kommen und denen, die aus ungünstigeren Verhältnissen stammen, ist im Vergleich zur letzten internationalen PISA-Studie weiter gewachsen.

Hier hat der Durchschnitt der OECD-Staaten deutlich bessere Werte als Deutschland aufzuweisen. Ein möglicher Grund: Rund jeder dritte getestete 15-Jährige hat einen Migrationshintergrund. Das ist deutlich mehr als beim letzten Vergleich.

Als Vorbild gilt immer wieder das finnische Schulsystem. Was die Finnen besser als die meisten anderen machen, dazu hat SWR-Redakteur Ralf Caspary die finnische Schulentwicklungsforscherin Marja Martikainen befragt.

Gute Lehrer für gute Schüler nötig

Die erste PISA-Studie aus dem Jahr 2000 hatte die deutschen Bildungsexperten ziemlich aufgeschreckt. In den Medien war vom "PISA-Schock" die Rede. Er wurde zum Auslöser, genauer über die Schule von morgen nachzudenken. Entscheidend für den Schulerfolg - darin sind sich die meisten Experten und Eltern einig - ist die Qualität der Lehrer: Guter Unterricht braucht gute Lehrer.

Mehr Wohlstand durch besseres PISA-Ergebnis?

Dass die PISA-Studie nicht nur für Bildungspolitiker wichtig ist, hat das Münchner Ifo-Institut am Montag betont. Bessere Schulleistungen würden auch den künftigen Wohlstand vermehren, sagte Ludger Wößmann, der am Ifo-Institut das Zentrum für Bildungsökonomik leitet. Laut einer neuen US-Studie gebe es einen engen Zusammenhang zwischen Bildungsleistung und Wirtschaftswachstum.

Wenn es Deutschland nicht schaffe, mit seinem Bildungssystem in die internationale Spitze vorzurücken, "gefährden wir den Wohlstand unserer Kinder", so Lößmann. Sehr wichtig sei Basiskompetenz in Mathematik und Naturwissenschaften. Bei der 2016 vorgestellten jüngsten PISA-Studie etablierten sich die deutschen Schüler zwar international im obereren Mittelfeld, allerdings bei stagnierenden Leistungen.

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