co2 stau autos (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Martin Gerten/dpa)

Neue Grenzwerte Strengere Regeln für CO2-Werte in der EU beschlossen

Die EU hat für neue Regeln zum CO2-Ausstoß abgestimmt. So sollen der Verkehr weniger klimaschädlich werden. Für die Einen ein überfälliger Schritt, für die Anderen sind Arbeitsplätze in Gefahr.

Die neuen Regeln schreiben vor, dass Neuwagen in zehn Jahren deutlich sauberer sein müssen. Vorgesehen ist bei Autos ein Minus von 37,5 Prozent Kohlendioxid, bei Lieferwagen sind es 31 Prozent. In einem ersten Schritt sollen die Emissionen bis 2025 um 15 Prozent sinken.

Europaparlament wollte schärfere Grenzwerte

Im Paket mit den bereits beschlossenen CO2-Vorgaben für schwere Lkw und Busse könnte der Ausstoß von Treibhausgasen im Transport-Bereich bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 um 24 Prozent gesenkt werden.

Das Europaparlament hatte eigentlich schärfere Grenzwerte verlangt, konnte sich damit aber in den Verhandlungen mit der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten nicht durchsetzen. Mit dem Kompromiss sind die meisten Europa-Abgeordneten trotzdem zufrieden. Der europäische Umweltkommissar Miguel Canete spricht von einem wichtigen Erfolg. Die neuen Grenzwerte für Autos und Kleintransporter würden der EU dabei helfen, ihre Klimaziele zu erreichen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte am Nachmittag angekündigt, die Förderung von Elektroautos um weitere zehn Jahre zu verlängern. Darüber berichtet Korrespondentin Johanna Streicher im Audiobeitrag:

Umweltverbände sehen neue CO2-Regeln eher positiv

Nach Ansicht der Christdemokraten geben die neuen Vorgaben der Industrie die nötige Planungssicherheit. Die SPD hofft, dass neue Antriebe und sparsame Motoren den Verbrauchern Entlastung bringen. Auch Umweltverbände bewerten die Einigung als Schritt in die richtige Richtung.

Der BUND sprach von einem "blamablen Tag" für Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). "Die EU geht das an, was Andreas Scheuer seit seiner Amtsübernahme vor über einem Jahr kategorisch verweigert: klare Vorgaben, wohin die Reise beim Klimaschutz im Verkehr gehen soll", erklärte Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte. Damit wisse die Autoindustrie, was auf sie zukomme, und könne daran ihre Entscheidungen ausrichten. Die EU mache den Job des Verkehrsministers.

Greenpeace hingegen forderte Nachbesserungen. Zwar gehe die Einigung in die richtige Richtung, aber es sei eine noch stärkere Regelung hin zum Elektroauto nötig, sagte Verkehrsexperte Benjamin Stephan.

Auto-Industrie sagt Arbeitsplatzverluste voraus

Die Automobilindustrie dagegen ist empört. Der europäische Lobbyverband ACEA hält die Grenzwerte für politisch motiviert und sagt Jobverluste voraus. Vergleichbare Vorgaben gebe es nirgendwo anders auf der Welt.

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, nannte die Vorgaben eine riesige Herausforderung. "In keinem anderen Teil der Welt gibt es derart scharfe Ziele." Es sei noch offen, wie und ob sie überhaupt erreicht werden könnten.

Fast ein Drittel der CO2-Belastung in Europa stammt aus dem Verkehr, das Treibhausgas kommt vor allem aus den Auspuffrohren von Autos und LKW. Die neuen Regeln müssen jetzt noch von den Vertretern der Mitgliedsstaaten bestätigt werden. Das gilt aber als Formsache.

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