Angelieferte Lebensmittel bei der Tafel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Frank May)

Was tun gegen Lebensmittelverschwendung? Online-Plattform für Organisation von Lebensmittelspenden

Eine neue Online-Plattform soll künftig dafür sorgen, dass die Tafeln in Deutschland effektiver versorgt werden können. Containern soll aber verboten bleiben, so Bundesernährungsministerin Klöckner.

Innovative Lösungen seien nötig, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) beim "Nationalen Dialogforum" in Berlin.

Die neue Online-Plattform soll es Unternehmen künftig einfacher machen, nicht verkaufte Lebensmittel weiterzugeben. Mittels einer App könnten Tafeln und Betriebe untereinander Bedarf und Angebot abstimmen.

Durch das Projekt sollen bis zu 40 Prozent mehr Lebensmittel für Bedürftige gerettet werden. Das Ministerium fördert das Projekt mit 1,5 Millionen Euro.

Klöckner will Lebensmittelabfälle bis 2030 reduzieren

Die Bundesernährungsministerin will die Lebensmittelabfälle, die im Handel und in Privathaushalten entstehen, bis 2030 halbieren. Derzeit werfen die Deutschen statistisch gesehen 75 Kilo pro Person im Jahr weg.

Weltweit gehen nach einem UN-Bericht 14 Prozent der Lebensmittel verloren, bevor sie überhaupt im Handel landen. Mehr dazu hören Sie im Audiobeitrag.

Dauer

Mehr Informationen, mehr Forschung

Das "Nationale Dialogforum" zum Thema Lebensmittelverschwendung ist in Berlin zum ersten Mal zusammengekommen. Für alle möglichen Bereiche der Gesellschaft sollen Strategien festgelegt werden, damit weniger Essbares im Müll landet.

Definiert werden sollen Ziele, die der jeweilige Bereich umsetzen soll: Bauern, Verarbeiter, Groß- und Einzelhandel, die Außer-Haus-Verpflegung der Gastronomie sowie private Haushalte.

Containern soll verboten bleiben

Das Containern soll nach Auffassung des Ministeriums aber verboten bleiben. "Eine Legalisierung des Containerns steht im Moment nicht zur Diskussion", sagte der Leiter der dortigen Abteilung gesundheitlicher Verbraucherschutz, Lorenz Franken, dem "Tagesspiegel". Es werde nach alternativen Lösungen gesucht.

Besser sei es, noch essbare Lebensmittel an die Tafeln zu geben oder gleich im Einzelhandel kostenlos anzubieten. Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne) hatte im Juni vorgeschlagen, das Sammeln weggeworfener Lebensmittel aus Müllcontainern von Supermärkten oder Fabriken straffrei zu machen. Er war aber bei seinen Länderkollegen mit dem Vorstoß gescheitert.

Verurteilte Studentinnen ziehen vor Bundesverfassungsgericht

Franken gab zu bedenken, dass in den Containern auch Lebensmittel landen würden, die Menschen nicht mehr essen sollten und die krank machen könnten. Zwei Studentinnen, die wegen Containerns verurteilt worden waren, ziehen am Freitag vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Mit der Beschwerde wollen die beiden Frauen aus Olching im Kreis Fürstenfeldbruck laut eigener Aussage auch auf die Absurdität hinweisen, dass weggeworfene Lebensmittel laut Gerichtsbeschluss juristisch gesehen weiterhin im Eigentum desjenigen bleiben, der sie weggeworfen hat.

REDAKTION
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