Kann Angela Merkel wieder als Klimavorreiterin glänzen? (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Reuters, Picture Alliance)

Nach harter Kritik in Deutschland In New York darf Merkel mit Lob fürs Klimapaket rechnen

AUTOR/IN

"Desaströs", "unambitioniert", "ein Witz" - die Kritik am deutschen Klimapaket ist rauh. In Deutschland wohlgemerkt. Beim Kimagipfel in New York dagegen dürfte die Kanzlerin freundlichere Töne zu hören bekommen.

Seit die Bundesregierung am Freitag ein milliardenschweres Klimaprogramm auf den Weg gebracht hat, reißt die Kritik nicht mehr ab: Es sei "desaströs" schimpft die deutsche Sektion der von Greta Thunberg gegründeten Fridays-for-Future-Bewegung. "Was wirken könnte, wird auf später vertagt", urteilt SWR-Umweltexperte Werner Eckert.

Weltweit in einer Vorreiterrolle

Und doch: Wenn am Montag zahlreiche Staats- und Regierungschefs in New York zum UN-Klimagipfel zusammenkommen, braucht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht verstecken. Warum, erklärt Angela Ulrich vom ARD-Hauptstadtstudio im Audio:

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hofft sogar darauf, mit der Vorstellung der Kabinetts-Beschlüsse in New York "auch auf internationaler Ebene Schwung für den Klimaschutz“ zu erzeugen. Es liege im deutschen Interesse, "beim Umsteuern zu klimaverträglichen, nachhaltigen Wirtschaftsweisen ganz vorn dabei zu sein."

Merkel und AKK fliegen in getrennten Flugzeugen

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht das alles ganz anders: Sie warnt vor einer Blamage Deutschlands beim Gipfel. Die Bundesregierung könne nicht glaubwürdig nachweisen, dass mit den von ihr beschlossenen Maßnahmen die Klimaziele 2030 erreichbar seien, sagte Göring-Eckardt dem Tagesspiegel am Sonntag.

Lob in New York oder nicht: Am Sonntag macht die Geschichte die Runde, Merkels Parteifreundin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer würde fast zeitgleich in einer eigenen Maschinen in die USA fliegen - nicht gerade klimaneutral. "AKK" trifft in Washington den US-Verteidigungsminister. Sie hatte angeblich ursprünglich in der Kanzlerinnen-Maschine mit fliegen wollen, war aber vom Merkel-Team ausgeladen worden. Den Staatschefs dürfte das egal sein. Vielen Deutschen nicht.

AUTOR/IN
STAND