Karlsruhe: Ein Polizist auf dem Gelände des Bundesgerichtshofes. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Silas Stein/dpa)

Tausende Verfahren erwartet Tod von Walter Lübcke: viel mehr Hasskommentare als bisher bekannt

Sieben Gigabyte Hass-Postings sind nach dem Tod des Regionalpolitikers angefallen. Insider sehen viel Arbeit auf die Justiz zukommen.

Das Ausmaß an Hasskriminalität im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist einem Medienbericht zufolge größer als zunächst angenommen. Die Ermittler rechnen mit mehreren tausend Strafverfahren wegen sogenannter Hatespeech (Hassrede)-Delikte, berichtete der Hessische Rundfunk (HR) am Donnerstag unter Berufung auf einen Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA).

Was angeklagt wird und wer ermitteln soll hören Sie im Audio:

Laut hessischem Innenministerium hätten die Ermittler schon Datenmaterial im Umfang von mehr als sieben Gigabyte und bekämen weiteres Material von Ermittlungsbehörden aus ganz Deutschland.

Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener

Nach einer Vorprüfung will das LKA die Fälle an die zuständigen Staatsanwaltschaften übergeben. Wann das geschehe, sei noch unklar, die Sichtung brauche noch Zeit. 

Bisher seien bei der Staatsanwaltschaft Kassel erst zwei Ermittlungsverfahren anhängig. Wie ein Sprecher der Behörde auf HR-Anfrage erklärte, gehe es in einem Fall um den Verdacht der Volksverhetzung.

Beim anderen Fall gehe es um Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Es handele sich dabei aber nicht um einen Internet-Kommentar, sondern um einen demütigenden Eintrag in einem Kondolenzbuch für Walter Lübcke.

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