Abdrea Nahles zieht Wahl zum Fraktionsvorsitz vor (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Querelen in der SPD Nach Wahlschlappe: Nahles zieht Wahl zu Fraktionsvorsitz vor

Seit Wochen wird um ihre Person disktutiert, jetzt geht SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles zum Angriff über: Die Wahl zum Fraktionsvorsitz werde vorgezogen, sagte sie.

Nahles stellt sich damit ihren innerparteilichen Gegnern: Die Wahl werde auf kommende Woche vorgezogen, um "Klarheit zu schaffen", sagte die 48-jährige Nahles am Montagabend im ZDF. Sie forderte ihre innerparteilichen Kritiker zur Kandidatur auf.

"Wenn ich da herausgefordert werde, dann gehe ich mit offenem Visier vor."

Andrea Nahles

Eigentlich standen die Wahlen erst im September an. Nahles, die aus Weiler bei Mayen kommt, betonte zugleich, sie wolle sowohl Partei- als auch Fraktionschefin bleiben. Die SPD brauche jetzt keine Personaldebatte.

In den vergangenen Wochen hatte es aber immer wieder Gerüchte über Bestrebungen verschiedener SPD-Politiker gegeben, Nahles an der Fraktionsspitze ablösen zu wollen. Medienberichten zufolge hatte unter anderem ihre Vorgänger Martin Schulz Ambitionen auf den Fraktionsvorsitz.

RP-Fraktionsvorsitzender: Nahles hat klug entschieden

Als kluge Entscheidung hat der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer den Schritt von Nahles bezeichnet, vorzeitig ihre Wiederwahl anzustreben. Der Schritt sei für ihn überraschend, schaffe nun aber eine schnelle Klärung und Klarheit, sagte Schweitzer am Montagabend dem SWR.

Historische Niederlagen für die SPD

Die SPD hatte bei der Europawahl am Sonntag 15,8 Prozent der Stimmen erreicht. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen wurden die Sozialdemokraten zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg nicht stärkste Kraft.

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