Bundesjustizministerin Katarina Barley (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Ralf Hirschberger/dpa)

Reaktion auf Datenklau Barley fordert schnellere Sperre von Nutzer-Accounts

Bundesjustizministerin Katarina Barley hat Internetanbieter und Soziale Netzwerke aufgefordert, schneller auf Cyberangriffe zu reagieren.

"Die Plattformen müssen die Accounts, über die Hacks verbreitet werden, sofort sperren", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post".

Es werde jetzt nach der tagelang unbemerkten Veröffentlichung personenbezogener Daten von Hunderten Politikern und Prominenten im Internet geprüft, wie die Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden könnten.

Seehofer will heute über neuesten Stand informieren

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will heute über den Stand der Ermittlungen berichten und über Konsequenzen aus dem Datenklau informieren.

Gestern hatte er sich deswegen mit den Chefs des Bundeskriminalamtes und des Bundesamts für Sichrheit in der Informationstechnik beraten

"Cyber-Abwehrzentrum plus" ist geplant

Das Bundesinnenministerium kündigte danach an, die Abwehr gegen Daten-Attacken zu verbessern. Das entsprechende Gesetz soll nachgebessert werden.

Der parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) sagte, "ein Cyber-Abwehrzentrum plus" werde in den nächsten Monaten konkret ins Werk gesetzt und ein zweites IT-Sicherheitsgesetz vorgelegt.

Habeck will Soziale Medien nun meiden

Grünen-Chef Robert Habeck kündigte an, sich als Konsequenz aus dem Daten-Diebstahl bei Twitter und Facebook abzumelden. Eine solche Konsequenz zu ziehen, findet Politik- und Kampagnenberater Julius van de Laar nicht unbedingt ein Fehler.

Twitter sei ein Medium, das von der Zuspitzung lebe. Es könne durchaus von Vorteil sein, sich dort rauszuziehen und nicht mehr jeden Grabenkampf mitzumachen, so van de Laar in SWR Aktuell.

Internetaktivist und Blogger Markus Beckedahl zu möglichen Motiven des Datenklaus

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