Brennende Kathedrale Notre-Dame in Paris (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Fast 900 Millionen Euro Spenden für Wiederaufbau Nach Feuer in Paris: Notre-Dame für Jahre geschlossen

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Die Kathedale Notre-Dame wird für bis zu sechs Jahre geschlossen bleiben. Offenbar ist das historische Wahrzeichen nur knapp vor der völligen Zerstörung gerettet worden. Die aus Deutschland angekündigte Hilfe organisiert sich inzwischen.

Nach dem Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame will Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) deutsche Hilfsangebote zum Wiederaufbau koordinieren lassen. Dafür setzt sie die aus Ludwigsburg stammende Kunsthistorikerin und Architektin Barbara Schock-Werner ein. Unter anderen hat die Universität Bamberg Unterstützung versprochen - deren Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren schon in Notre-Dame gearbeitet und zum Beispiel Messungen durchgeführt.

Notre-Dame entging wohl nur knapp der Zerstörung

"Ein Segment der Kathedrale ist sehr geschwächt worden", sagte Bischof Patrick Chauvet. Deshalb bleibe das Gotteshaus mehrere Jahre geschlossen. Was mit den 67 Mitarbeitern geschehe, sei noch unklar.

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Nach Aussage von Innenstaatssekretär Laurent Nunez hat nicht viel bis zur völligen Zerstörung des 800 Jahre alten Bauwerks gefehlt. Die Feuerwehr habe den Brand, der am Montag ausgebrochen war, gerade noch rechtzeitig gelöscht. Es hätten nur "15 bis 30 Minuten" gefehlt.

Architekten-Wettbewerb um Spitzturm von Notre-Dame

Das französische Regierungskabinett hat indes über den Wiederaufbau beraten. Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstag im Fernsehen einen raschen Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren versprochen. Für den verlorenen Spitzturm soll es einen internationalen Architekten-Wettbewerb geben.

Experten halten dies für ein sehr ehrgeiziges Ziel. Manfred Curbach, Mitglied des Bauausschusses der Dresdner Frauenkirche, sagte im SWR, es dürfte allein schon einige Zeit dauern, um das genaue Ausmaß der Schäden zu ermitteln. Der französische Handwerksverband bemängelte, es fehle an Fachkräften - vor allem an Steinmetzen, Zimmerleuten und Dachdeckern.

Zahlreiche Spenden für den Wiederaufbau

An Geld wiederum scheint es eher nicht zu mangeln. Bislang sind schon Spendenzusagen in Höhe von fast 900 Millionen Euro eingegangen. Doch die Spendenfreudigkeit stößt nicht nur auf ein positives Echo, berichtet unser Korrespondent Matthias Zahn im Audio. Auf einen Teil der Kritik reagiert die französische Regierung damit, die Absetzbarkeit von Spenden regeln zu wollen.

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