Ein vierter Mensch ist nach dem Attentat in Straßburg gestorben. Ein weiterer ist hirntot. (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Attentat in Straßburg Vierter Mensch ist tot - Weihnachtsmarkt wieder eröffnet

Ein vierter Mensch ist an den Verletzungen nach dem Attentat in Straßburg gestorben. Während der Weihnachtsmarkt der Stadt wieder eröffnet, ermittelt und verhört die Polizei weiter, auf der Suche nach möglichen Komplizen des getöteten mutmaßlichen Attentäters.

Nach dem Attentat vor drei Tagen in Straßburg ist ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen gestorben. Das hat die französische Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Damit wurden bei dem Anschlag vier Menschen getötet, ein weiterer Mensch ist hirntot.

Ermittlungen gehen weiter

Nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekatt fahnden die Ermittler weiter nach möglichen Komplizen. "Die Untersuchung wird nun fortgesetzt, um potenzielle Komplizen und Mittäter zu identifizieren, die ihn zu der Tat ermutigt oder bei den Vorbereitungen geholfen haben könnten", sagte der Pariser Antiterrorstaatsanwalt Rémy Heitz.

Nach Angaben von Heitz befanden sich am Freitag sieben Menschen in Gewahrsam. Bei vier von ihnen handele es sich um Familienangehörige von Chekatt, bei den drei anderen um der Familie nahestehende Personen.

Straßburg auf dem Weg zurück zur Normalität

In Straßburg selbst und an den Grenzen kehrte wieder etwas Normalität ein. SWR-Reporterin Christine Veenstra hat den Straßburger Weihnachtsmarkt am Tag nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters besucht - am ersten Tag, den der Weihnachtsmarkt nach dem Attentat wieder geöffnet hatte:

Nach einer zweitägigen Großfahndung hatte die Polizei den mutmaßlichen Attentäter Chekatt am Donnerstagabend im Stadtteil Neudorf getötet. Mit einem Großaufgebot hatten die Behörden die Suche nach dem Verdächtigen auf diesen Stadtteil konzentriert.

Als drei Polizisten einer Spezialeinheit den 29-Jährigen verhaften wollten, habe er das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Mann getötet. Nach Angaben des Senders BFMTV hatte Chekatt eine Frau angesprochen. Diese habe bemerkt, dass der Mann verletzt gewesen sei und habe die Polizei alarmiert. Der Attentäter war nach seiner Tat angeschossen worden.

Die Polizei durchsucht im Straßburger Stadtteil Wohnhäuser und Wohnungen. (Foto: picture-alliance / dpa)
Die Polizei durchsucht im Straßburger Stadtteil Neudorf Wohnhäuser und Wohnungen.

Motiv ist noch nicht geklärt

Zum Motiv des mutmaßlichen Attentäters äußerte sich Heitz nicht weiter. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag nach dem Tod Chekatts für sich. Einen Beleg dafür gibt es nicht.

Bekannt ist, dass der Angreifer Zeugen zufolge "Allahu Akbar" (Allah ist groß) gerufen hatte. Außerdem sei eine Radikalisierung Chekatts während eines Gefängnisaufenthaltes aufgefallen, hieß es vonseiten der Behörden. Er wurde in zwei Antiterrorverzeichnissen der französischen Regierung geführt und vom Geheimdienst überwacht.

REDAKTION
STAND