Beate Zschäpe steht neben ihrem Anwalt Mathias Grasel vor dem Vorsitzende Richter Manfred Götzl (3.v.r.) (Foto: picture-alliance / dpa)

Urteil im NSU-Prozess Zschäpe des Mordes schuldig - Revision angekündigt

Im NSU-Prozess ist die Hauptangeklagte Beate Zschäpe des zehnfachen Mordes schuldig gesprochen worden. Das Oberlandesgericht München verurteilte sie zu lebenslanger Haft.

Dauer

Mehr als fünf Jahre lang hat die Hauptverhandlung gedauert. Der Mordserie von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos fielen zwischen 2000 und 2007 nach Behördenerkenntnissen neun Menschen mit Migrationshintergrund und eine Polizistin aus Heilbronn zum Opfer.

Das Gericht hält es für erwiesen, dass Zschäpe an den Morden so stark beteiligt war, dass sie wie die eigenhändigen Täter zu bestrafen ist. Es stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Das heißt sie kann nicht damit rechnen, nach Ablauf von 15 Jahren frühzeitig entlassen zu werden.

Eine Sicherungsverwahrung nach Ablauf der Haftstrafe ordneten die Richter nicht an. Das sei nicht erforderlich, sagte OLG-Pressesprecher Florian Gliwitzky.

Zschäpe-Anwalt kündigt Revision an

Zschäpe selbst will von den Taten immer erst hinterher erfahren haben. Ihr Verteidiger Wolfgang Heer kündigte nach dem Urteilsspruch an, Revision einzulegen.

"Die Akte NSU bleibt bei uns offen." Generalbundesanwalt Peter Frank zum Urteil im NSU-Prozess und den Folgen:

Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl war mit seinem Strafmaß für Zschäpe der Forderung der Bundesanwaltschaft gefolgt.

Vier Mitangeklagte verurteilt

Vier als NSU-Helfer mitangeklagte Männer erhielten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben wurde zu zehn Jahren verurteilt. Auch er wird in Revision gehen. Carsten S., der im Prozess als Kronzeuge eine wichtige Rolle spielte, bekam eine Jugendstrafe von drei Jahren.

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