Brennendes Containerschiff in der Biskaya (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Gesunkener Frachter "Grande America" Frankreichs Atlantikküste in Gefahr

Nach dem Untergang des Containerfrachters "Grande America" droht der französischen Westküste eine Umweltkatastrophe. Ausgelaufenes Schweröl treibt auf die Strände zu und könnte sie Sonntag oder Montag erreichen.

Schon am letzten Sonntag war der Brand auf dem Containerschiff ausgebrochen, das Schiff hatte sich stark zur Seite geneigt und war anschließend gesunken. An Bord des Frachters, der unter italienischer Flagge fuhr und aus Hamburg kam, waren nach Behördenangaben rund 2.200 Liter Schweröl.

NABU kritisiert die Nutzung von Schweröl

Genau darin sieht der Leiter der Abteilung Meeresschutz des Naturschutzbundes Nabu, Kim Detloff, das Problem. "Schweröl ist ein giftiges Abfallprodukt der Erdölraffinerien", sagt Detloff im SWR. Das sei ein "teerartiger Brei, der sich wie ein Leichentuch" über den Meeresboden lege. Hingegen leichte lösliche Stoffe, wie Dieselöl, trieben dann als Ölteppich an der Wasseroberfläche.

Folgen für die Natur

Der Meeresschützer sieht in der Havarie des Frachters aber nicht nur ökologische Folgen für die beliebten Strände der französischen Atlantikküste. "Die Biskaya ist bekannt für große Meeressäuger, wie z.B. Pottwale", sagt Detloff. Diese Tiere seien bedroht, wenn sie mit dem Ölteppich in Kontakt kämen. Zudem sei das Mündungsgebiet der Gironde ein wichtiges Nahrungs- und Rastgebiet für Vögel. Diesen Tieren drohe der Tod, so Detloff.

Schlechtes Wetter erschwert Ölteppichbekämpfung

Die französischen Behörden müssen derzeit eine Wetterberuhigung in dem Gebiet abwarten, bevor sie die an der Oberfläche treibenden Ölteppiche abpumpen können. Bis zu sechs Meter hohe Wellen machten das derzeit unmöglich, hieß es.

Treibender Ölteppich in der Biskaya (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Zwei Ölteppiche treiben in der Biskaya auf die französische Westküste zu Picture Alliance/Picture Alliance

Sechs Schiffe und ein Flugzeug seien aber bereits an Ort und Stelle, hieß es von der zuständigen Meerespräfektur in Brest. Im Moment würden zwei Ölteppiche mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag auf die Küste zutreiben.

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