Die Kühlschrank-Kamera "FridgeCam" (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Mit Siri und Alexa Kriminelle überführen Innenminister beraten über Auswertung von "smarten" Daten

Soll die Auswertung von Daten "smarter" Geräte erlaubt werden oder nicht? Ein entsprechender Vorschlag hatte im Vorfeld der Innenminister-Konferenz für eine Protestwelle gesorgt.

Alexa hört mit, das müsste jeder wissen, der den Sprachservice im Lautsprecher zuhause nutzt. Aber auch Kühlschränke, Fernseher und andere Geräte, die über das Internet gesteuert werden, haben Ohren.

Diese Daten wollen die Innenminister der Länder bei der Verfolgung von Terroristen und Straftätern nutzen und auch als Beweismittel bei Gericht zulassen. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote von der CDU hat einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Was für und was gegen die Auswertung von "smarten" Daten spricht, hören Sie im Audio:

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"Noch nichts beschlossen"

Angeblich wollen die SPD-Innenminister den Vorstoß unterstützen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) dementierte allerdings, dass alles bereits beschlossen sei. Er sei dagegen, Siri und Alexa als Zeugen zu verpflichten.

Bislang sei die rechtliche Grundlage für eine Verwendung der Daten auch noch nicht ausreichend, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

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Digitalisierung eröffnet neue Daten für Ermittler

Bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stößt der Vorschlag auf offene Ohren. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, im Zuge der Digitalisierung dürften den Ermittlern Daten von "smarten" Geräten nicht verschlossen bleiben. Datenschützer und Grüne warnen dagegen vor einem Eingriff in den vom Grundgesetz geschützten Bereich der Wohnung.

Polizei sieht Datennutzung "grundsätzlich piositiv"

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter ist grundsätzlich dafür, Daten von Sprachassistenten für die Verbrechensbekämpfung zu verwenden. Allerdings, so deren Chef Sebastian Fiedler im SWR, müssten zuvor einige rechtliche Fragen geklärt werden. Klar sei allerdings, dass die Menschen schon heute viele Daten - ob bewusst oder unbewusst - von sich preisgeben würden. "Eine Kettensäge, die man im Baumarkt kauft, ist schließlich auch bereits mit dem Internet verbunden", sagt Fiedler.

Im Audio erklärt Fiedler, welche rechtlichen Hürden vor einer weiteren Nutzung von Daten zu klären sind:

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Weitere Themen der Innenministerkonferenz

Bei der bis Freitag dauernden Konferenz soll es außerdem um Abschiebungen nach Afghanistan, eine bessere Vernetzung beim Kampf gegen Clankriminalität und die Kostenbeteiligung des Fußballs an Polizeieinsätzen gehen.

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