Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa)

Deutschland soll CO2-neutral werden Petersberger Dialog: Merkel will Klimaneutralität bis 2050

In Berlin treffen sich Klima-Experten aus der ganzen Welt, um über den Kampf gegen die Erderwärmung zu diskutieren. Am Vormittag hat dort auch die Kanzlerin gesprochen.

Seit gestern beraten in Berlin mehr als 30 Minister aus aller Welt, wie sie das Pariser Klimaschutzabkommen umsetzen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei dem Treffen: "Die Diskussion soll nicht heißen, ob wir es erreichen können. Sondern: Wie können wir es erreichen."

Deutschland soll bis 2050 CO2-neutral werden

Merkel will, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 CO2-neutral wird. Wenn der Weg dorthin geklärt sei, so die Kanzlerin, könne Deutschland sich der Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron anschließen. CO2-Neutralität bedeute allerdings nicht, dass es gar keine Emissionen mehr gebe, so Merkel weiter. Sie sollen allerdings nicht mehr schädlich wirken - sondern zum Beispiel gespeichert oder durch andere Maßnahmen ausgeglichen werden.

Macron will die CO2-Emissionen in ganz Europa bis 2050 neutralisieren. Acht andere Länder haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Merkel hatte auf dem EU-Gipfel vergangene Woche in Rumänien eine deutsche Beteiligung abgelehnt.

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Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er rechne mit einem "peinlichen Auftritt" von Merkel: Wer sich in der eigenen Regierung auf keinerlei wirksame Maßnahmen beim Klimaschutz einigen könne, "kann sich mit einem Klimaschutz-Appell an andere nur noch blamieren". Er mahnte, die Spitzen der Koalition sollten sich "im Koalitionsausschuss zu einem Akt gemeinsamer Vernunft" durchringen.

Greenpeace-Chefin: Deutschland muss wieder Führung übernehmen

Auch Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan hat Merkel vor deren Auftritt dazu aufgefordert, beim Klima wieder voranzugehen: Deutschland müsse wieder die Führung übernehmen statt zur beschämenden Gruppe in der EU zu gehören, die blockiere, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Zudem drängte sie auf einen raschen Kohleausstieg und Treibhausgasneutralität möglichst bereits bis zum Jahre 2040. Sie sprach von einem "Klimanotstand".

Wo Deutschland in Sachen Klimaschutz dringend aufholen muss, erläutert SWR-Umweltredakteur Werner Eckert:

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Schulze wirbt für Macrons Klima-Initiative

Klimaneutrales Europa bis 2050, Klimaschutzgesetz in Deutschland noch in diesem Jahr, eine Steuer auf den Ausstoß von Treibhausgasen - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat zu Beginn des Klimatreffens am Montag mehr Ehrgeiz Deutschlands im Kampf gegen die Erderwärmung angemahnt.

Schulze betonte, sie begrüße ehrgeizigere Klimaziele auf EU-Ebene und hob dabei die Initiative Macrons hervor. Ihrer Ansicht nach wäre es sinnvoll, hierbei an der Seite von Frankreich zu stehen, sagte Schulze.

Der Petersberger Klimadialog dient auch zur Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im Dezember in Chile.

REDAKTION
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