SWR  (Foto: SWR)

Mehr psychische Erkrankungen. Ein Kommentar Bin krankgeschrieben. Depression.

AUTOR/IN

Immer mehr Fehlzeiten am Arbeitsplatz gehen auf psychische Erkrankungen zurück. Das zeigt auch, dass seelisches Leid kein Tabuthema mehr ist, meint Martin Rupps.

Immer häufiger sind psychische Erkrankungen für Fehlzeiten am Arbeitsplatz verantwortlich. Ein aktueller Bericht des BKK-Dachverbands nennt einen Anstieg um 130 Prozent in den Jahren 2008 bis 2018. Während ein Viertel aller Krankschreibungen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und 17 Prozent auf Atemwegserkrankungen zurückgehen, liegen psychische Erkrankungen mit 15 Prozent bereits auf Platz drei.

Psychisches Erkrankungen werden früher erkannt und behandelt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Psychisches Erkrankungen werden früher erkannt und behandelt Picture Alliance/Picture Alliance

Die Zahl liest sich alarmierend, gehört aber eingeordnet. Der Anstieg beruht vor allem darauf, dass seelisches Leid heute früher und häufiger erkannt und behandelt wird. Die Bereitschaft, sich zum Beispiel eine Depression einzugestehen, ist gewachsen. Ebenso das Verständnis von Chefs und Kolleginnen sowie Kollegen für eine Krankheit, die man nicht sieht.

Gleichwohl habe ich Zweifel, dass der Spruch "Einmal Psycho – immer Psycho" ganz aus den Köpfen ist. Oder die Amateur-Diagnose "Der hatte schon immer einen an der Klatsche." Manche Kolleginnen und Kollegen trauen sich vielleicht nur nicht mehr, ihre Vorurteile auszusprechen.

Bei aller Skepsis – dieser Bericht einer Krankenkasse enthält zur Abwechslung einmal gute Nachrichten!

AUTOR/IN
STAND