Mehr als 100 Personen festgenommen Großrazzia im Rotlicht-Millieu

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Die Bundespolizei hat bei Wohnungs- und Bordell-Durchsuchungen mehr als 100 Verdächtige vorläufig festgenommen. Auch Bordelle im Südwesten wurden untersucht.

Großrazzia im Rotlichtmilleu (Foto: picture-alliance / dpa, Foto: Axel Vogel/dpa)
Polizisten haben ein Bordell in Bonn durchsucht. Foto: Axel Vogel/dpa

Bei den Razzien in ganz Deutschland ging es um Zwangsprostitution, Menschenhandel und Schleuser. Die Hauptbeschuldigten sind eine Thailänderin und ihr deutscher Lebensgefährte aus Siegen in Nordrhein-Westfalen. Sie sollen ein bundesweites Netzwerk aufgebaut haben.

Größte Aktion seit Bestehen der Bundespolizei

Frauen und Transsexuelle aus Thailand wurden den Angaben nach mit gefälschten Papieren nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen. Für die falschen Visa hätten sie bis zu 30.000 Euro verlangt. Ihre Opfer mussten die vermeintlichen Schulden dann in Bordellen in abarbeiten.

Die Bundespolizei hat bundesweit Wohnungen und Bordelle durchsucht - unter anderem in Karlsruhe, Mannheim, Rastatt, Offenburg, Speyer und Bad Kreuznach. Die Ermittler sprechen vom größten Durchsuchungseinsatz seit Bestehen der Bundespolizei.

Warum ist es so schwer, die Verantwortlichen zu fassen?

Sabine Constabel vom Verein "SISTERS" aus Stuttgart macht sich im Bereich der Zwangsprostitution für erweiterte Kompetenzen der Behörden stark. Im SWR-Interview sagt sie: "Die Polizei tut sich unglaublich schwer, die Menschenhändler und Zuhälter dieser Frauen zu fassen."

Die Gesetze reichten nicht aus, weil die Tatbestände von Ausbeutung und Zwang nicht definiert seien: "In der Praxis bedeutet das, dass die Polizei immer auf die Aussage der Frau angewiesen ist." Die Beamten müssten dagegen die rechtliche Handhabe bekommen, aufgrund von Beobachtungen in der Prostituierten-Szene eingreifen zu können.

Die Razzien im Südwesten

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