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Fast die Hälfte fällt durch Deutschkurse für Migranten: "Es kommt nicht auf den richtigen Genitiv an"

Migranten haben große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, viele scheitern an den Deutsch-Tests bei Intergrationskursen. Die Politik und Experten bewerten die Zahlen unterschiedlich.

Im vergangenen Jahr sei fast die Hälfte der Zuwanderer an Deutsch-Tests im Rahmen von Integrationskursen gescheitert. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" und beruft sich auf Informationen aus dem Bundesinnenministerium auf eine Anfrage der AfD-Fraktion.

Demzufolge hätten vergangenes Jahr rund 200.000 Geflüchtete und Zuwanderer einen solchen Kurs durchlaufen. Rund 45 Prozent hätten ihn nicht bestanden, 2017 seien es noch 40 Prozent gewesen. Zugleich seien die Kosten für die Kurse um 150 Millionen Euro auf insgesamt 760 Millionen Euro gestiegen.

"Falsches Zahlenspiel"

Der AfD-Abgeordnete René Springer sagte , er halte die "anhaltend hohe Durchfaller-Quote" bei den Integrationskursen angesichts von Kosten in Milliardenhöhe "für äußerst bedenklich". Die Linkspartei warf der AfD vor, sie versuche, "mit einem falschen Zahlenspiel" Teilnehmer von Integrationskursen als "Integrationsverweigerer" darzustellen.

Sprachlehrer hatten in Medienberichten wiederholt erläutert, dass viele traumatisierte Flüchtlinge nicht die nötige Lernkultur mitbrächten. Für Flüchtlinge seien die Kurse auch oft nicht passend ausgerichtet.

Lerninhalte anpassen

Die Quote könne durch Lerninhalte, die auf die speziellen Bedürfnisse von Geflüchteten ausgerichtet seien, aber noch deutlich verbessert werden, so Wolfgang Kaschuba, Direktor des Berliner Instituts für Migrationsforschung, im SWR. Der richtige Gebrach des Genitivs sei dabei nicht so wichtig.

REDAKTION
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