Zahlreiche Geschäfte wurden bei den Ausschreitungen auf den Champs-Elysees in Paris verwüstet. (Foto: Reuters)

Macron zu gewalttätigen Ausschreitungen in Paris "Menschen, die die Republik zerstören wollen"

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei den sogenannten Gelbwesten-Protesten hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron neue Maßnahmen angekündigt. Es werde "starke Entscheidungen" geben, sagte er.

Über die Randalierer sagte der Präsident bei einer Krisensitzung: "Das sind Menschen, die die Republik zerstören wollen, auf die Gefahr hin, zu töten." Rund 32.000 Menschen demonstrierten laut französischen Innenministerium im ganzen Land - deutlich mehr als in der Vorwoche.

In Paris gingen im Vergleich zur vergangenen Woche sogar viermal so viele Menschen auf die Straße. Die Bewegung hatte zuletzt an Zulauf verloren.

Welche Konsequenzen der Präsident genau ziehen will, blieb zunächst offen. Am Samstag fand die 18. Demo der im vergangenen Jahr gestarteten Protestbewegung der "Gelbwesten" statt - und zugleich die gewalttätigste.

Hunderte Festnahmen

Laut französischen Behörden hatten etwa 1.500 Randalierer im Zentrum von Paris Scheiben eingeworfen, Geschäfte geplündert und Gebäude angezündet. Die Polizei ging mit Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfern gegen die Randalierer vor. Fast 300 Personen wurden festgenommen.

Frankreich-Korrespondentin Barbara Kostolnik schildert im Audio das "Gewitter der Gewalt", das sich über der Prachtstraße Champs-Élysée entlud:

Dauer

Aus den USA machte sich US-Präsident Donald Trump per Twitter lustig: "Wie läuft es so mit dem Klima-Abkommen für Frankreich? Nach 18 Wochen Randale durch die Gelbwesten nehme ich an, nicht ganz so gut! Derweil sind die Vereinigten Staaten beim Umweltschutz an die Spitze aller Listen aufgestiegen."

Trump hatte Macron bereits in der Vergangenheit wegen der Proteste attackiert. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian verbat sich solche Kommentare.

Die "Gelbwesten" demonstrieren seit vier Monaten regelmäßig und fordern Steuersenkungen und soziale Gerechtigkeit.

Im Video zu sehen: Sowohl die friedlichen Umwelt-Demos auf der einen Seite, sowie die Ausschreitungen bei den "Gelbwesten".

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