Donald Trump (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

G7-Abschluss - Gespräche mit Iran Iran-Krise: Trump ist "unter Umständen" für Treffen bereit

In der Iran-Krise gibt es nach Wochen der Eskalation Hoffnung auf Entspannung. Der US-Präsident ist sogar zu einem Treffen mit Irans Präsident Hassan Ruhani bereit - wenn die Umstände stimmen.

US-Präsident Donald Trump sagte in Biarritz, "wenn die Umstände stimmen" sei er bereit, sich mit seinem iranischen Kollegen Hassan Ruhani zu treffen, um eine Lösung zu finden.

Gipfelgastgeber Macron sagte, er hoffe, dass sich ein Gespräch zwischen den beiden schon in den kommenden Wochen organisieren lasse. Die USA haben das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt.

Nouripour: "Das richtige Signal"

Für den außenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Omid Nouripour, war der Überraschungs-Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif beim G7-Gipfel in Biarritz das richtige Signal.

Im SWR sagte Nouripour, es gebe keinen "falschen Rahmen, wenn es darum geht, dass Leute miteinander reden, damit es nicht zu einem Krieg kommt."

Lockere Atmosphäre zwischen Merkel und Trump

Nachdem ein gemeinsames Arbeitsfrühstück zunächst verschoben wurde, trafen sich US-Präsident Donald Trump und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) doch noch zu einem Zweier-Gespräch am Rande des G7-Gipfels. Vorher stellten sie sich den Fragen von Journalisten und gaben sich dabei entspannt und zu Scherzen aufgelegt.

"I'm still here"

Auf die Frage, ob Trump besorgt sei, dass mit Merkel eventuell bald die einzige Frau in der Runde der G7 abtrete, erinnerte Merkel auf Englisch, dass sie noch da sei. Trump erklärte, er wäre vorsichtig mit solchen Spekulationen: "Sie könnte sie überraschen". Außerdem kündigte er seinen Besuch in Deutschland an.

"Wir werden sehr bald dort sein. Ich habe Deutschland ja im Blut"

US-Präsident Donald Trump

Trumps Vorfahren stammen aus dem pfälzischen Kallstadt. Einen konkreten Termin für einen Besuch nannte Trump aber nicht.

Auch im Streit auf Strafzölle für deutsche Autos, schlug Trump milde Töne an. Er hoffe, keine Strafzölle erheben zu müsse. Außerdem hoffe er auf einen "guten und fairen Deal" mit der EU - die allerdings in dieser Beziehung "knallhart" verhandeln würden. Das respektiere er jedoch, ebenso wie bei China.

EU und USA wollen Handel vertiefen

Merkel erklärte, dass die EU möglichst bald bilaterale Handelsgespräche mit den USA führen will.

Bei dem Gespräch zwischen Deutschland und den USA geht es um schwierige Themen wie den Exportüberschuss Deutschlands, der den USA schon lange ein Dorn im Auge ist. Außerdem beklagen die Amerikaner, dass Deutschland zuwenig für die Nato zahle.

Hilfen für Amazonas-Gebiet vereinbart

Auch die Brände im Amazonas-Gebiet beschäftigten die Gipfel-Teilnehmer. Die Staats- und Regierungschefs sagten technische und finanzielle Hilfen zu. Merkel erklärte, sobald die Brände gelöscht seien, wollten Deutschland und andere Länder mit Brasilien über Maßnahmen zur Wiederaufforstung sprechen.

Zwar sei das betroffene Gebiet weitgehend brasilianisches Territorium, doch die Regenwälder als "Grüne Lunge" der Welt eine globale Frage.

Die Abschlusserklärung der G7-Chefs ist diesmal ungewöhnlich kurz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte in Biarritz: "Diese Seite wurde von mir selbst geschrieben." Die weiteren Regierungschefs haben Macrons Entwurf gebilligt.

REDAKTION
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