Bild eines Willkommens-Schildes an der Grenze zu Schottland (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa / Paula Dudziak)

Machtkampf und London Britischer Politologe zum Brexit: Großbritannien steht vor möglichem Zusammenbruch

Alle Welt schaut nach London, nach England. Doch was ist eigentlich mit Irland, Schottland und Wales? Der Machtkampf könnte Großbritannien destabilisieren, warnt der deutsch-britische Politologe Alex Clarkson im SWR.

Der Politologe vom King's College in London sagte im SWR, es sei zwar zu beobachten, dass sich Gegner wie Anhänger eines Brexits radikalisierten. Die eigentliche Gefahr liegt seiner Meinung nach aber in der Radikalisierung der anderen Nationen, die zu Großbritannien dazugehören: "Die schottischen Nationalisten haben wieder die Oberhand." Diese könnten jetzt viele proeuropäische Wähler an sich binden, sagte Clarkson.

Ob Boris Johnson als britischer Premierminister im Amt bleiben kann? SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll hat nachgefragt:

Es hängt viel vom britischen Premierminister Johnson ab

Zur Begründung sagte Clarkson: "Wenn der britische Premierminister Boris Johnson weiter die Strategie verfolge, eine Machtbasis nur auf England aufzubauen, sehe ich keine Zukunft, wo Schottland in Großbritannien bleibt." Die Schotten hatten beim Brexit-Referendum mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt.

Unabhängigkeit in Schottland könnte wieder Thema werden

Seiner Einschätzung nach wird eine mögliche Unabhängigkeit wieder Thema in Schottland werden. Das sei das große Risiko, so der deutsch-britische Politologe im SWR. "Großbritannien ist eben ein Vielvölkerstaat und der steht nahe am möglichen Zusammenbruch."

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