Boeing-Produktion (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Ted S. Warren)

Nach Flugzeugabsturz in Äthiopien Luftfahrtexperte: 737 Max 8 kommt Boeing teuer zu stehen

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Nach Ansicht des Luftfahrtexperten Andreas Spaeth drohen dem US-Flugzeugbauer Boeing hohe Schadenersatzforderungen durch das Flugverbot des Typs 737 Max 8. Und nicht nur das.

Immer mehr Länder haben ein Flugverbot in ihrem Luftraum für den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 erlassen. Den amerikanischen Flugzeugbauer könnte das jetzt teuer zu stehen kommen. Mehr eine Milliarde Euro könnte das sogenannte Grounding den Konzern kosten - jeden Monat, sagen Experten.

Nach Ansicht des Luftfahrtexperten Andreas Spaeth drohen Boeing auch hohe Schadenersatzforderungen durch das Flugverbot des Typs 737 Max 8. Im SWR-Interview sagte er, jeden Tag baue Boeing am Standort Seattle in den USA derzeit etwa zwei Flugzeuge dieses Typs, die jedoch aufgrund der Softwareprobleme nicht ausgeliefert werden könnten. "Sie können aber nicht endlos weiterproduzieren, ohne Probleme zu kriegen, die Flugzeuge zu lagern", meint Spaeth.

Ungelöste Softwareprobleme

Doch die Lagerkapazitäten seien nicht das einzige Problem. Denn ob und wann es wieder eine Starterlaubnis für die Maschinen dieses Typs geben werde, sei völlig unklar. Nach Ansicht Spaeths habe Boeing die Softwareprobleme bisher nicht in den Griff bekommen.

Dauer

Trump hofft auf ein Ende des Startverbots

Auch der Luftverkehrsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Klaus-Heiner Röhl, befürchtet Probleme für Boeing. "Dauern die Flugverbote länger an als ein bis zwei Wochen, wäre das für Boeing schon bedenklich", sagte Röhl der Nachrichtenagentur AFP.

Unterdessen hofft US-Präsident Donald Trump auf ein Ende des Startverbots für die Maschinen. Trump betonte, das Verhängen des Flugverbots sei "eine große Sache" gewesen. "Ich hoffe, es wird für eine kurzer Dauer sein. Das Unternehmen wisse, dass es die Ursache des Absturzes einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien und eines Crashs eines baugleichen Flugzeugs im vergangenen Oktober in Indonesien schnell aufklären müsse. "Sie sind unter großem Druck", so der US-Präsident.

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