Sarah Wagenknecht (Foto: picture-alliance / dpa)

Linken-Fraktionschefin im SWR Interview Wagenknecht lehnt offene Grenzen und Migrationspakt ab

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Einmal mehr wurden beim SWR Interview der Woche die Differenzen zwischen Sahra Wagenknecht und ihrer Partei deutlich. Dafür will die Fraktionschefin der Linken künftig mehr um AfD-Wähler werben. Mit ihr sprach Berlin-Korrespondent Christopher Jähnert.

Vor allem beim Thema Migration scheiden sich bei den Linken die Geister - oder genauer gesagt, zwischen der Partei und ihrer Fraktionschefin im Bundestag:

So werden im Entwurf des Programms zur Europawahl offene Grenzen gefordert. Sahra Wagenknecht ist gegen diese Forderung: "Natürlich findet niemand Grenzen schön. Ich würde mir eine Welt wünschen, wo die Wohlstandsverhältnisse so angeglichen sind wie heute zwischen Frankreich und Deutschland."

Arme Länder brauchen ihre Fachkräfte selbst

In einer Welt aber, wo es "derart unterschiedliche soziale Bedingungen gibt", da bestehe der Hebel darin, die Ungleichheit zu verändern und nicht die Grenzen zu öffnen und zu sagen: "alle, die möchten, können nach Deutschland kommen."

Den UN-Migrationspakt sollte man ablehnen, findet Wagenknecht außerdem. Er sei dazu da, "dass man den ärmeren Ländern jetzt gezielt ihre besser qualifizierte Mittelschicht abwirbt, damit wir Fachkräfte bekommen, die dann womöglich auch noch zu schlechteren Löhnen arbeiten.“ Die Länder bräuchten ihre Ärzte und Fachkräfte aber selbst, so Wagenknecht.

Griff nach den AfD-Wählern

Mit ihrer #Aufstehen-Bewegung will Wagenknecht politische Heimat für alle werden, die sich benachteiligt fühlen: "Gerade, wenn ich sehe, dass mit Friedrich Merz jetzt wirklich ein richtiger harter Vertreter der Finanzlobby sich anschickt, CDU-Vorsitzender zu werden, und damit möglicher Bundeskanzler, ist es so wichtig, dass es eine Alternative gibt".

Ansprechen will sie auch AfD-Wähler. Viele von ihnen seien früher Wähler der Linken gewesen: "Ich bin fest überzeugt, dass ein Großteil der AfD-Wähler keine Nazis sind, sondern einfach Leute, die verzweifelt und wütend sind." Es sei unverantwortlich, diese Leute abzuschreiben.

Wagenknecht sprach im SWR auch über ihre Probleme mit "Aufstehen" - innerhalb ihrer Partei aber auch darüber hinaus. Im Audio hören Sie mehr dazu:

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