Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch (Foto: dpa Bildfunk, Picture-Alliance/Stephan Persch)

Linken-Fraktionschef im SWR Interview der Woche Bartsch: "Eine starke AfD ist eine Niederlage für uns"

Bei den Umfragen zu den anstehenden Landtagswahlen rangiert die Linke deutlich hinter der AfD. Trotzdem glaubt Linken-Fraktionschef Bartsch nicht an eine Regierungsbeteiligung der AfD im Osten.

Die AfD werde den Linken bei den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen nicht den Rang ablaufen, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch im SWR Interview der Woche. "Also ich will nicht die AfD zum zentralen Bezugspunkt unserer Politik machen, sondern die zentrale Frage ist: Wer wird die Verantwortung in diesen Ländern nach der Wahl bekommen?" Für Bartsch ist klar: Es wird nicht die AfD sein.

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Trotzdem ist Bartsch im Zusammenhang mit dem Erstarken der AfD in den Ost-Bundesländern auch selbstkritisch: Der Erfolg der AfD sei natürlich eine Niederlage für die Linke. "Natürlich gibt es Menschen, die sagen: Ich habe Euch immer gewählt. Ihr habt gesagt, Hartz IV muss weg, aber Hartz IV ist immer noch da - obwohl ihr in Regierungsverantwortung seid."

Zusammen mit anderen Parteien der "AfD das Wasser abgraben"

Auch in anderen Bereichen seien die Wähler enttäuscht, so der Linken-Fraktionschef. Und die AfD habe es mit ihren einfachen Antworten geschafft, sich bei den Menschen als Alternative darzustellen. Aber die AfD mache es sich zu einfach – für alles seien die Flüchtlinge verantwortlich. Das Ziel von Bartsch sei es, mit einem Bündnis aus Linkspartei, SPD und Grünen auch der AfD das Wasser abzugraben.

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Die Linken setzen weiter auf Doppelspitze

Im Bundestag will die Linksfraktion weiter von einer Doppelspitze geführt werden. Das hat Bartsch im SWR auch klargestellt. Komplett klar war das nach dem angekündigten Rückzug von Sahra Wagenknecht nicht. Spekuliert wurde auch, ob Bartsch beispielsweise alleine weitermachen könnte. Das einflussreiche Frauenplenum in der Fraktion hatte sich aber deutlich dafür ausgesprochen, dass auch weiterhin ein Mann und eine Frau an der Spitze stehen sollten.

Ob Bartsch allerdings selbst Teil dieser Doppelspitze sein werde, ließ er im Interview offen. Die neue Fraktionsspitze wird im Herbst, nach der Thüringen-Wahl, bestimmt.

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