Das Wort

Flüchtlingsdebatte Wie gefährlich sind Begriffe wie "Asyl-Tourismus"?

In politischen Debatten bedient man sich gerne sprachlicher Ausdrücke, die schnell zu einer falschen Deutung führen können. Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling hält diesen Umgang für gefährlich.

Die Neurolinguistin von der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien hat sich ausführlich mit der Verwendung von Begriffen in politischen Debatten beschäftigt. Sie kritisiert den Umgang mit Sprache in der aktuellen Asyl-Diskussion in Deutschland. Die Politik nutze dabei Schwachstellen im menschlichen Denken, indem sie einen bestimmten Deutungsrahmen über die Sprache festsetze, das sogenannte Framing.

Im Gespräch mit SWR Aktuell erklärt Wehling, wieso Ausdrücke wie "Asyl-Tourismus" gefährlich sind und wie kritische Gesprächspartner als "Sprachpolizei" denunziert und damit mundtot gemacht werden. Als Beispiel führt die Linguistin den Auftritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der Fernsehsendung "Maischberger" an. Er hatte sich mit der Moderatorin Sandra Maischberger über den Begriff "Asyl-Tourismus" gestritten und sie infolgedessen als "Sprachpolizei" bezeichnet, da er sich in seiner Redefreiheit eingeschränkt gefühlt hätte.

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