Ein Wähler gibt in einem Erfurter Wahllokal seine Stimme ab. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Schwierige Regierungsbildung nach Landtagswahl in Thüringen Linke liegt vorn, AfD auf Platz zwei, CDU stürzt ab

In Thüringen hat die Linke die Landtagswahl gewonnen - die bisherige rot-rot-grüne Regierungskoalition aber hat ihre Mehrheit verloren.

Die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Landtagswahl in Thüringen gewonnen - und ist erstmals in einem Bundesland stärkste Kraft. Auf sie entfielen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 31 Prozent der Stimmen.

Im Video: Ramelow sieht für seine Partei einen klaren Regierungsauftrag und kündigte Gespräche mit allen demokratischen Parteien an.

CDU rutscht deutlich ab

Die CDU mit Spitzenkandidat Mike Mohring, die zuvor seit 1990 stets die meisten Stimmen bekommen hatte, büßte massiv ein. Sie erreichte 21,8 Prozent.

„Uns haben knapp ein Viertel der Wähler gewählt. Wir haben eine Verantwortung den Menschen in Thüringen gegenüber und den Auftrag, für unser Land zu arbeiten. Diesen Auftrag nehmen wir an. Wir werden weiter für eine #starkeMitte arbeiten - weil es um unsere Demokratie geht.“ https://t.co/funhrVIEgX

AfD verdoppelt ihr Wahlergebnis

Die AfD mit ihrem weit rechts stehenden Spitzenkandidaten Björn Höcke konnte ihren Stimmanteil auf 23,5 Prozent mehr als verdoppeln.

Björn Höcke, Sitzenkandidat der AfD in Thüringen, nennt die Parteiendemokratie "erstarrt".

Verluste für SPD, Grüne und FDP knapp drin

Die SPD vereinigte 8,2 Prozent auf sich, nachdem es 2014 noch 12,4 Prozent waren. Grüne und FDP schafften mit 5,2 beziehungsweise fünf Prozent knapp den Einzug in den Landtag.

Wahlbeteiligung stieg deutlich

Die Wahlbeteiligung stieg deutlich auf rund 66 Prozent (2014: 52,7). Mehr als 1,7 Millionen Thüringer waren aufgerufen, mit ihrer Stimme über die Zusammensetzung des nächsten Landtags zu entscheiden.

Schwierige Regierungsbildung

Die Landtagswahl in Thüringen beendet das Wahljahr 2019, in dem es insgesamt vier Landtagswahlen - darunter drei in Ostdeutschland - sowie die Europawahl gab. Nun droht Thüringen eine Hängepartie wegen einer schwierigen Regierungsbildung. CDU-Spitzenkandidat Mohring hatte vor der Wahl eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei ausgeschlossen. Es gibt keine Frist, wann eine Regierung stehen muss. Der Ministerpräsident bleibt so lange geschäftsführend im Amt, bis ein neuer gewählt ist. Zur Wahl zugelassen waren 18 Parteien. Um die Mandate bewarben sich 399 Listenkandidaten, darunter 113 Frauen.

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