Greta Thunberg auf dem Weg per Segelyacht nach New York zum Klimagipfel (Foto: dpa Bildfunk, Kirsty Wigglesworth/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Kritischer Blick auf Thunbergs Anreise Gretas Segelreise in die USA – „Toll ist das ja nicht“

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Auf der fast emissionsfreien Hochsee-Rennyacht Malizia II sticht Aktivistin Greta Thunberg in See, zum Klimagipfel. Umweltredakteur Werner Eckert bedauert die Umweltschweine im Flieger.

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Liebe Greta, bitte nicht schwimmen! Nach Amerika ist es weit mit Muskelkraft. Da wart‘ ich drauf, dass das noch kommt. Denn die Rennyacht hat ja auch schon viele Ressourcen verschlungen, und ihre Produktion hat das Klima belastet – und das nicht zu knapp bei diesem Hightech-Ding. Also wirklich toll ist das ja nicht!  

Damit das klar ist: Der Einsatz, die Leistungen der jungen Schwedin sind enorm, und sie hat viel vorangebracht. Sie ist eine Ikone – zurecht. Und sie hat den Klimaschutz endlich wieder zum Thema gemacht – praktisch im Alleingang.

Nicht jeder bekommt eine Mitfahrgelegenheit

Aber: Geht das wirklich nur mit dieser Show? Als einzige Umweltschützerin vollvegan sozusagen zur Klimakonferenz in die USA. Sogar der Dieselmotor ist verplombt. Und Greta sagt, dass sie den nur bei Lebensgefahr nutzen würde. Mensch, Mädel, jeder Bus, den Du nutzt, hat so einen. Und damit das Ganze auch jeder mitkriegt, ist ein Kamerateam an Bord.

Die anderen sind nicht solche Lichtgestalten, die fliegen, weil ihnen halt keiner einen Platz auf einer Yacht angeboten hat und jemals anbieten wird. Und weil Greta alleine halt bestenfalls das Aushängeschild ist, aber keineswegs die politische Arbeit leisten kann, die viele Vertreter von Wissenschaft und Zivilgesellschaft (NGOs) bei Klimakonferenzen leisten – auch wenn sie hinfliegen. Die sehen jetzt aus wie die letzten Umweltschweine.

Greta bleibt hoffentlich Greta

Das ist keine Lustreise – dazu eignet sich ein Rennboot nicht. Aber es ist eben auch kein Beispiel. Denn kein anderer kann es ihr nachmachen. Das entrückt sie und das ist nicht gut. So wenig wie es ein – wieder mal – voreiliger Friedensnobelpreis wäre.

Die Welt braucht eine Greta derzeit. Und deshalb wäre es gut, wenn sie einfach nur Greta bleibt.

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