Ein Gelbwesten-Anhänger in Ferankreich steht im Tränengas-Nebel. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Louai Barakat/IMAGESLIVE via ZUMA Wire/dpa)

"Krieg der Egos" "Gelbwesten" in Frankreich: Eine Bewegung sagt "Au Revoir"

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Ein halbes Jahr Demonstrationen, Diskussionen, Erfolge - aber auch Randale, massive Zerstörungen und innere Kämpfe. Jetzt haben nicht nur viele Leitfiguren von der Bewegung die Nase voll.

Sechs Monate nach Beginn der "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich hat die Beteiligung an den landesweiten Protesten ihren bisher niedrigsten Stand erreicht. Doch nicht nur die Demonstranten laufen davon, sondern auch die Leitfiguren. Eine von ihnen ist die 32-jährige Krankenschwester Ingrid Levavasseur, die noch im Januar sogar bei der Europawahl antreten wollte. Jetzt wird sie massiv bedroht:

Ernüchtert und abgeschreckt

Es hat sich Ernüchterung breit gemacht: Auch ein weiterer Kopf der Bewegung, der 34-jährige Fernfahrer Eric Drouet, der viele Menschen per Handyvideos mobilisierte. Er klagte über "Drohungen" auch aus den eigenen Reihen, "Beleidigungen" und Erschöpfungszustände.

Dabei hat die Bewegung durchaus Erfolge gefeiert: Staatschef Emmanuel Macron hat ihnen milliardenschwere Zugeständnisse gemacht, unter anderem Steuersenkungen und einen höheren Mindestlohn. Vielen reichte das jedoch nicht aus.

Am Anfang waren es zwanzigmal so viele

Jetzt scheint sich die anarchische Bewegung in eine Sackgasse manövriert zu haben: Gingen am 17. November noch 282.000 Menschen auf die Straße, so waren es an diesem Samstag nach Angaben des französischen Innenministeriums nur noch rund 15.000 - rund ein Zwanzigstel der ursprünglichen Zahl.

Die Gewalt, die Randale, die Kämpfe mit der Polizei, aber auch der "Krieg der Egos", wie Levavasseur es nennt, haben viele abgeschreckt.

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