Pflege (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)

Pläne vorgestellt Dank einer Agentur sollen Pflegekräfte schneller nach Deutschland kommen

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Das Anwerben von Pflegekräften aus dem Ausland soll einfacher und schneller werden - und zwar mit Hilfe einer Agentur in Saarbrücken. Die entsprechenden Pläne wurden jetzt vorgestellt.

Pflegekräfte aus dem Ausland schneller nach Deutschland holen - das soll die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) einfacher machen. Konkret soll sie die nötigen Prozesse dazu "deutlich beschleunigen".

Wie das gehen soll, haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) vorgestellt. Spahn hofft, dass sich die Situation auf dem Pflegemarkt dadurch verbessert. Im Audio erklärt er, weshalb er auf die Hilfe einer Agentur setzt.

Dauer

Anerkennung als Pflegekraft wird beschleunigt

Das Problem: Bisher dauert es relativ lange bis eine Pflegefachkraft aus dem Ausland hier auch in ihrem Beruf arbeiten kann, weil ausländische Abschlüsse in Deutschland erst anerkannt werden müssen und auch ein Visum beantragt werden muss. Mitunter kann das alles mehr als zwei Jahre dauern.

Mit der neuen Agentur soll diese Zeit deutlich kürzer werden - nämlich maximal ein halbes Jahr. Die Anerkennung läuft wie schon bisher über einzelne Bundesländer wie in diesem Fall das Saarland, sie gilt dann aber bundesweit. Krankenhäuser, Pflegeheime oder Personalagenturen deutschlandweit können sich dann an die DeFa wenden.

Die Agentur soll die Anfragen dann bündeln. Außerdem sollen die Mitarbeiter darauf achten, dass die entsprechenden Unterlagen der Bewerber vollständig und richtig sind - bevor die dann an die entsprechenden Behörden gehen. Außerdem soll die Agentur auch die Bewerberauswahl übernehmen oder Sprachkurse im Ausland organisieren.

Die neue Agentur DeFa in Zahlen

Für die Arbeit der Agentur fallen pro Fall 350 Euro Gebühr an. Die soll der potentielle Arbeitgeber bezahlen. Zu Anfang geht die neue Agentur in Saarbrücken mit 15 bis 20 Mitarbeitern an den Start. Sie soll vor allem Fachkräfte aus Mexiko und den Philippinen unterstützen.

Das Saarland hat die Agentur bereits Anfang Oktober gegründet. Der Bund trägt mit 4,7 Millionen Euro binnen vier Jahren einen Großteil der Kosten. Derzeit liegen laut Ministerium rund 4.200 Anträge bei der Agentur.

Die ersten von ihr unterstützten Pflegekräften sollen im zweiten Quartal des kommenden Jahres in Deutschland eintreffen. Der Bedarf ist jedenfalls groß: Je nach Schätzung gebe es derzeit im Pflegebereich 50.000 bis 100.000 offene Stellen im Pflegebereich, betonte Spahn.

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