Golf von Oman im März 2019: US-Marines auf Flugzeugträger (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sgt. Aaron Henson/US Marine Corps /dpa)

US-Truppenverlegung Iran droht bei Angriff mit massiver Vergeltung

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Die USA wollen nach dem Angriff auf saudi-arabische Öl-Anlagen Truppen in das Land verlegen. Der Iran droht mit massiver Vergeltung im Falle eines Angriffs.

Pentagonchef Mark Esper erklärte am Freitag in Washington, US-Truppen würden auf Bitten Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um weitere Eskalationen in der Region zu verhindern. Die Einheiten seien von "defensiver Natur und vorrangig auf die Luft- und Raketenabwehr konzentriert". US-Generalstabschef Joe Dunford sprach von einer "moderaten" Verstärkung, bei der es nicht um tausende Soldaten gehe. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Iran droht bei Angriff mit massivem Gegenschlag

"Sei vorsichtig, eine begrenzte Aggression wird nicht begrenzt bleiben", erklärte der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami, am Samstag in Teheran. Jeder Angreifer werde zerstört. "Der Feind (USA) spricht von militärischen Optionen ... wir aber sprechen von einer konsequenten Antwort ohne Grenzen und Einschränkungen", sagte Salami.

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Neue Sanktionen

Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, unter anderem die iranische Notenbank mit Sanktionen zu belegen. Nach Angaben von US-Finanzminister Steven Mnuchin sollen dadurch Geldflüsse in Milliardenhöhe an "terroristische" Gruppierungen unterbunden werden. Dabei handele es sich um die Al-Kuds-Brigaden - die im Ausland aktive Elitetruppe der iranischen Revolutionsgarden - sowie die libanesische Hisbollah-Miliz. Diese Gruppierungen "destabilisieren die Region", sagte Mnuchin.

Außerdem hat es laut Medienberichten am Freitag auch gezielte Attacken auf Server im iranischen Internet gegeben. Die Organisation NetBlocks berichtete von Störungen bestimmter iranischer Internet-Dienste. Der Grund dafür sei unklar. Von den Hacker-Angriffen soll demnach auch das staatliche Ölunternehmen NIOC betroffen gewesen sein.

Iranischer Außenminister: "Sanktionen sind gefährlich und nicht akzeptabel"

Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif warf den USA vor, mit den jüngsten Sanktionen zu versuchen, die Bevölkerung vom Zugang zu Medizin und Nahrungsmitteln abzuschneiden. "Dies ist gefährlich und inakzeptabel." Sie seien zudem ein Indiz für die Verzweiflung Washingtons, weil die Strategie des maximalen Drucks nicht aufgehe. Sarif ist für die UN-Vollversammlung in New York. Möglicherweise könnte es am Rande ein Treffen mit den verbliebenen Partnern des Atomabkommens geben, darunter ist auch Deutschland. Ein Gespräch zwischen dem iranischen Präsidenten Ruhani, der nächste Woche nach New York kommt, und US-Präsident Trump gilt allerdings als unwahrscheinlich.

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