Werner Eckert (Foto: SWR, SWR)

Empfehlungen zu Spritpreisen und Pendlerpauschale Kommentar zum Umweltbundesamt: Wer sinnvoll reagiert, hat am Ende vielleicht mehr in der Tasche

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Spritpreise rauf, Pendlerpauschale weg, Tempolimit her - das klingt nach Ärger, was das Umweltbundesamt da empfiehlt. Muss es nicht, erklärt SWR-Umweltredakteur Werner Eckert.

Tempolimit und teurer Sprit – wer in Deutschland eine Wutwelle auslösen will, muss nur diese Stichworte nennen. Diesel 70 Cent teurer, Benzin 47 Cent und Tempo 120 - das ist so ziemlich das Einzige, was aus den Überlegungen des Bundesumweltamts zitiert wird.

Wie werden wir klimaneutral?

Dabei hat die Behörde die Aufgabe, gerade solche Szenarien auszuarbeiten. Wie kann denn der Weg zur Klimaneutralität überhaupt aussehen?

Schon früher hat es das von einer anderen Seite aus betrachtet: 40 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030, das bedeutet zehn Prozent weniger Kilometerleistung pro Auto, 20 Prozent weniger LKW auf der Straße. Und schon Mitte des kommenden Jahrzehnts müsste jeder dritte neu zugelassene Wagen ein Elektroauto sein - 2030 dann schon 70 Prozent.

Keiner wird jetzt und sofort kalt erwischt

Das kommt nicht von selbst und da setzt die neue Analyse genau an: Wie erreicht man das? In der Marktwirtschaft eben am besten mit den Preisen. Wenn Sprit teurer ist, dann sollten sich nach den Marktgesetzen schon andere Wege auftun: Besserer Nahverkehr, mehr intelligente Vernetzung, damit die Autos einfach voller sind und nicht jeder jede Strecke allein unterwegs ist und, und, und.

Und was den Geldbeutel betrifft, das UBA sagt ganz klar, dass das den Bürgern zurückgegeben werden soll. Es geht nicht darum, Geld abzuzocken, sondern so umzuleiten, dass der, der ökologisch sinnvoll reagiert, am Ende möglicherweise mehr in der Tasche hat als der, der eben einfach so weitermacht wie immer schon. 2030 - das sind elf Jahre Entwicklung. Keiner wird jetzt und sofort kalt erwischt.

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