Die Sonne geht über Schornsteinen und einem Kühlturm des STEAG Kraftwerk auf (Foto: picture-alliance / dpa)

Klimakonferenz in Katowice Neuer Rekord beim Treibhaus-Ausstoß?

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Auch im laufenden Jahr ist der Ausstoß von Treibhausgasen weltweit stark angestiegen. Laut eines Berichts könnte sogar ein neuer Rekordwert erreicht werden.

Wissenschaftler stellten die Ergebnisse des Global Carbon Projects bei der Klimakonferen in Katowice vor.

Es ist das vorläufige Ende einer Hoffnung: Von 2014 bis 2016 gab es Entspannung fürs Klima, die weltweiten Emissionen blieben drei Jahre lang gleich.

Im vergangenen Jahr wurde ein leichter Anstieg verzeichnet - und jetzt die schlechte Nachricht: 2018 geht es wieder und noch deutlicher nach oben.

"Mehr Autos, mehr Gütertransporte"

"Die Emissionen durch den Verkehr wachsen weltweit - mehr Autos, mehr Gütertransporte", sagte Professorin Corinne Le Quéré, eine der Autorinnen des Global Carbon Project Berichts. "Auch für Heizung und die Industrie wird wieder mehr Energie verbraucht."

In Summe rechnen die 76 Wissenschaftler aus 15 Ländern, die in dem Projekt zusammenarbeiten, mit einem Anstieg von gut zwei Prozent. Damit könnte ein neuer globaler Rekord erreicht werden.

Auch in Deutschland ist ein Anstieg zu erwarten

Die regionalen Trends: In China und Indien sorgt das Wirtschaftswachstum für stark steigenden Energieverbrauch.

"In den USA liegt es am Wetter", erklärte Le Quéré weiter. "Ein kalter Winter und ein heißer Sommer haben den Energieverbrauch hochgetrieben. In der EU geht er zwar zurück, aber nicht so stark wie in der Vergangenheit. Mehr Öl und Gas ersetzen dort Kohle."

Und auch in Deutschland - weltweit die Nummer sechs unter den Treibhausgas-Emittenten - ist ein Anstieg zu erwarten. Ein besorgniserregender Trend insgesamt, sagt Le Quéré: "Wenn die Emissionen 2018 noch weiter steigen, dann sind wir einfach nicht auf dem richtigen Pfad im Kampf gegen den Klimawandel." Spätestens 2020 müsse sich der Trend umkehren.

"Jeder redet darüber, nur beim Handeln hängen wir nach"

Die Wissenschaftler sind trotzdem hoffnungsvoll: Erneuerbare Energien seien weltweit auf einem Siegeszug - mit enormen Zuwachs. "Es gibt viel Positives", so Le Quéré. "Wir haben alle Technologien - Windkraft, Solarenergie. Da sinken die Kosten drastisch. Ich hoffe, dass 2020, wenn die Staaten unter dem Paris-Abkommen mehr zum Klimaschutz tun müssen, dass wir dann einen Wandel sehen.

Jeder redet darüber, nur beim Handeln hängen wir einfach nach - hoffentlich hängen wir nicht zu sehr." Spätestens dann müsse sich der Trend umkehren, wenn die gemeinsam vereinbarten Klimaziele eingehalten werden sollen.

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