Klassenzimmer (Foto: picture-alliance / dpa)

OECD zur Bildung in Deutschland Kinder aus ärmeren Familien holen auf

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Die soziale Herkunft von Kindern ist mitentscheidend für deren Leistungen in der Schule. Die Chancen benachteiligter Kinder haben sich in Deutschland aber deutlich verbessert.

Kinder aus Akademikerfamilien erreichen deutlich häufiger selbst akademische Abschlüsse als andere Kinder. Das zeigt ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Deutschland liegt im internationalen Vergleich hinten

Rund 16 Prozent der Leistungsunterschiede in der Schule zwischen sozial priviligierten und sozial benachteiligten Schülern seien in Deutschland auf Faktoren wie Herkunft und Bildung der Eltern zurückzuführen. In anderen OECD-Staaten ist der Unterschied deutlich geringer. Der Durchschnitt liegt bei 13 Prozent.

Dabei hat sich die Situation in Deutschland im Vergleich zum OECD-Bericht vor zwölf Jahren deutlich verbessert. Das bestätigt auch der Sozialwissenschafler Klaus Hurrelmann im Gespräch mit dem SWR.

Wahl der Schule entscheidend

"Es bewegt sich in die richtige Richtung, aber wir kommen zu langsam voran", beurteilt Hurrelmann die Entwicklung in Deutschland. Besonders wichtig sei, dass sich benachteiligte Kinder nicht in sogenannten Brennpunktschulen sammeln und gegenseitig "runterziehen".

"Je besser gemischt und je mehr Stimmung und je mehr Motviaton in der Schülerschaft, desto besser schneiden auch die benachteiligten Schülerinnen und Schüler dann eines Tages ab", so Hurrelmann. Das Ziel müsse sein, dass die Schule die Benachteiligungen durch das Elternhaus ausgleicht.

Mehr Geld und "geschickte Lehrer"

Um dieses Ziel zu erreichen, fordert Hurrelmann "geschickte Lehrer" mit finanziellen Anreizen an sogennante Brennpunktschulen zu locken. Im Unterricht sollten auch mehr Fremdsprachen, also die Heimatsprachen der Kinder, angeboten werden. Das könne helfen, das Bildungsniveau an solchen Schulen wieder zu verbessern.

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