Katarina Barley (SPD) im Europawahlkampf (Foto: Imago, xC.xNiehausx xFuturexImage)

Interview der Woche SPD-Europakandidatin Katarina Barley: "Europa muss sozial werden"

Katarina Barley ist deutsche Spitzenkandidatin der SPD für Europa. Mittem im Wahlkampf-Endspurt hat sie Hauptstadtkorrespondentin Nina Barth erzählt, wie sie sich die europäische Zukunft vorstellt.

Europa ein soziales Europa? Nicht wirklich, sagt Bundesjustizministerin Katarina Barley. Sie ist die deutsche Spitzenkandidatin der SPD im Europawahlkampf und hat im SWR-Interview der Woche über ihre Vorstellungen für die Europäische Union gesprochen.

Barley will ein soziales Europa

"Wir sehen, dass immer mehr Menschen fragen: Was ist eigentlich mit uns?"

Als Wirtschaftsunion habe die EU funktioniert - nun müsse der soziale Aspekt kommen. Barley fordert darum europaweite Regeln und Standards für die sozialen Belange.

Dazu gehöre ihrer Meinung nach auch ein europaweiter Mindestlohn. Deutschland habe sehr spät, "aber immerhin", den Mindestlohn eingeführt. Dieser sei mit 9,19 Euro immer noch recht niedrig. Ziel sei es, einen Mindestlohn in allen Mitgliedsstaaten einzuführen - und zwar einen, von dem die Menschen auch leben könnten.

Kampf gegen Klimawandel braucht Konsequenz

Die Klimafrage nennt Barley im Gespräch mit Nina Barth eine der "aktuellsten, drängendsten Fragen unserer Zeit". Hier brauche es klare - aber auch praktische Antworten. Als wichtigstes Instrument nannte die SPD-Politikerin das Klimaschutzgesetz von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Das Problem mit den Klimazielen bisher sei gewesen, dass es zu wenige Konsequenzen gegeben habe, wenn sie gerissen wurden. "Und das wird dieses Gesetz ändern", erklärt Barley.

Ihrem Posten als Justizministerin weine Barley zwar hinterher, doch der Zustand, in dem sich Europa befinde, habe sie unter anderem zu ihrem Schritt bewogen. "Ich glaube, alle spüren, dass wir an einem Scheideweg angekommen sind", sagt sie. "Wir müssen diese europäische Idee nicht nur retten, sondern weiterentwickeln."

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