Zwei weibliche Sicherheitsbeamte stehen vor dem iranischen Atomkraftwerk Buschehr  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Abedin Taherkenareh/EPA/dpa)

Grünen-Politiker Nouripour zum Iran Atomabkommen Iran: "Kriegsgefahr zwischen Washington und Teheran ist gestiegen"

Nachdem der Iran Teile des Atom-Abkommens aufgekündigt hat, werde die Gesamtlage zunehmend gefährlicher, sagt der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Nouripur.

"Es gibt für beide Seiten zahlreiche Punkte, bei denen man der anderen Seite militärisch weh tun kann. Das ist extrem gefährlich."

Europa müsse nun "sehr entschlossen, sehr klar und sehr laut sein" und sowohl den Iranern als auch den Amerikanern klar machen, dass "auch unsere Interessen berührt" seien, wenn es im Nahen Osten zu einem Krieg käme, sagte Grünen-Politiker Omid Nouripour im Interview mit SWR Aktuell:

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte angekündigt, Teile des Abkommens auszusetzen. Dazu sagte Grünen-Politiker Nouripour, man wisse noch nicht, welche Teile genau gemeint seien. Wenn es aber Kernbereiche betreffe, sei das Problem "sehr, sehr groß."

Iran könnte Druck auf weltweite Energieversorgung ausüben

Zudem habe der Iran einige Druckmittel: "Die meisten sind tatsächlich militärisch und das ist brandgefährlich. Es gibt klare Drohungen der iranischen Revolutionsgarden gegen die Straße von Hormus, die den Persischen Golf vom offenen Meer trennt."

Etwa ein Drittel der gesamten Energieversorgung der Welt gehe durch diese Straße, die die Iraner dann blockieren könnten, sagte Nouripour. Das würde zu einer "richtig großen Auseinandersetzung" führen.

Der Vorwurf der Iraner, es sei seitens Europas nichts passiert, um das Abkommen in den letzten zwölf Monaten zu retten, "ist schlicht nicht fair", sagte Nouripour.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte, er habe die Ankündigung des Irans mit großer Sorge vernommen, wolle das Abkommen aber erhalten. Das ganze Statement von Maas können Sie hier hören:

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