Daniela Ludwig (CSU), Drogenbeautragte der Bundesregierung (Foto: Imago, imago images / Reiner Zensen)

Interview der Woche mit Daniela Ludwig Drogenbeauftragte zur Cannabis-Legalisierung: Aus "Real-Laboren" Schlüsse ziehen

AUTOR/IN

Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), rückt beim Thema Cannabis ein Stück weit von der harten Position ihrer Vorgängerin ab. Die Frage nach der Legalisierung lässt sie aber offen.

"Cannabis-Legalisierung ja oder nein" - das sei zu kurz gesprungen, sagte die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), im SWR Interview der Woche. Sie wolle sich zunächst Modelle in anderen Ländern anschauen und sprach dabei von "Real-Laboren". Konkret stehe Ludwig in Kontakt mit Portugal, den Niederlanden und Luxemburg.

Dort gibt es Bestrebungen, den Konsum von Cannabis zu legalisieren oder den Besitz nicht mehr zu bestrafen. Sie sehe aber auch Probleme in anderen Ländern und führt als Beispiel die Niederlande an. Die seien "mit dem Kurs, den sie in den letzten Jahren gefahren haben, nicht nur happy". Deutschland müsse daraus seine eigenen Schlüsse ziehen, erklärte Ludwig.

Dauer

Fehlende Erfahrung - für Ludwig ein Vorteil

Als ehemalige verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion wurde Ludwig fehlende Expertise vorgeworfen. Dem begegnet sie mit offenen Gesprächen. Als Beispiel nannte sie geplante Treffen mit dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte und dem Deutschen Hanfverband.

"So habe ich immer Politik verstanden", sagte sie dem SWR. "Dass ich offen bin nach allen Seiten und mir dann erst eine Meinung bilde, wenn ich wirklich mit allen gesprochen habe."

Ludwig will Werbung für Tabak und E-Zigaretten verbieten

Einen weiteren Schwerpunkt sieht die CSU-Politikerin Ludwig in der Reduzierung des Tabakkonsums von Jugendlichen. Sie möchte Tabakwerbung und Werbung für E-Zigaretten verbieten.

Für Ludwig ist es "ein Anachronismus, dass Deutschland das letzte Land in Europa ist, in dem auf Plakaten und im Kino für Tabakprodukte geworben werden darf". Ein Gesetz zum Tabakwerbeverbot solle noch vor Weihnachten stehen, da sei Ludwig optimistisch. Bisher konnten sich die Regierungsparteien noch nicht darauf verständigen.

AUTOR/IN
STAND
REDAKTION