Unterschiedlichste Aktionsbündnisse haben bereits zu Demonstrationen gegen die IAA aufgerufen. (Foto: dpa Bildfunk, Lennart Stock/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Internationale Automobilausstellung Die IAA auf Schrumpfkurs

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Die Autobranche ist im größten Umbruch seit langem. Der Strukturwandel und die Klimadebatte fordern die Hersteller heraus. Die IAA in Frankfurt wird kleiner und nachdenklicher.

In Werbespots bewirbt der Verband der Autoindustrie (VDA) in diesem Jahr die von ihm veranstaltete Internationale Automobilausstellung (IAA) mit dem Schlagwort: "Da.". Doch da sind in diesem Jahr deutlich weniger Autohersteller als noch vor zwei Jahren.

Deutsche Autohersteller sind da, manche ausländische nicht

Toyota, Renault, Tesla und Volvo sind nicht da, zum Beispiel. Gründe für das Fernbleiben gibt es viele. Von Renault hieß es etwa, man habe in diesem Jahr nicht die passende Modellpremiere. Toyota setzt lieber auf andere Events der Kundenansprache, wie eigene Veranstaltungen direkt auf der Straße. Am Ende sei es eben auch eine Kostenfrage, erklärt Kolja Rebstock, Geschäftsführer von Mitsubishi Deutschland. Denn Mitsubishi ist auch nicht da.

Dauer

„Eine Messe verschlingt enorme Kosten und ist ein sehr teures Investment. Ich glaube, dass wir die Marke direkt beim Kunden, über die Autohäuser oder bei Veranstaltungen mindestens genauso gut ins Licht setzen können wie auf einer Automesse.“

Kolja Rebstock, Mitsubishi Deutschland

Transformationsprozess der Automobilbranche und der IAA

Allerdings will der VDA mit dem Slogan "Da." gar nicht behaupten, dass alle Hersteller auf der Messe sind. Vielmehr gehe es darum, dass möglichst viele Aspekte rund um das Thema individuelle Mobilität abgedeckt sind, sagt Martin Koers, Geschäftsführer beim VDA und für die IAA zuständig. „Das Ökosystem der Mobilität hat sich erweitert. Dazu gehören heute auch Mobilitätsdienstleister und Tech-Unternehmen. Mit Microsoft, mit IBM, mit Google und Facebook haben wir viele dieser Akteure auf der IAA.“

Die Automesse verändere sich, duchlaufe wie die gesamte Branche einen Transformationsprozess – weniger klassische Messe, weniger „größtes Autohaus der Welt“. Der VDA sieht die IAA jetzt als eine Plattform, unter anderem für Diskussionen im Konferenzteil der Messe, der diesmal deutlich größer ausfallen soll.

 Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, spricht bei der der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2017 während einer Pressekonferenz. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Daimler-Chef Ola Källenius diskutiert auf der IAA mit dem Parteivorsitzenden der Grünen Robert Habeck. picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Demos und Aktionen von Umwelt- und Klimaschützern geplant

Auch die aktuelle Klimadiskussion hat die Automesse erfasst. Für Umwelt- und Klimaschützer ist die IAA Sinnbild einer überholten Mobilitätsform. Proteste und Großdemos sind deswegen angekündigt.

Aktionen von Umwelt- und Klimaschützern sind zumindest am Freitag, Samstag und Sonntag geplant. Zur Fahrraddemo am Samstag etwa erwartet die Frankfurter Polizei rund 20.000 Teilnehmer.

Kritiker der Autoindustrie werden eingebunden

Der kritischen Diskussion will sich VDA-Präsident Bernhard Mattes stellen: „Ende dieser Woche, aber auch während der IAA, werden wir in Dialogforen über diese Fragen sprechen, wie wir die individuelle Mobilität der Zukunft gestalten wollen – unter Einbeziehung der Bürger, aber auch mit Beteiligung der NGOs, also der Verbände, die sich an diesen Demonstrationen beteiligen.“

Auch in den Messehallen sollen die Klimaschützer zu Wort kommen, am Freitag etwa diskutiert Mattes mit zwei Vertreterinnen von Fridays for Future – möglicherweise ein Teil des vom VDA beschworenen Transformationsprozesses der internationalen Automobilausstellung.

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