Mächen mit Kopftuch in der Schule (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nach Verbot in Österreich Beauftragte für Integration will Kopftuch-Verbot für Schulkinder

In Österreich hat das Parlament am Mittwoch ein Kopftuchverbot für Grundschulkinder beschlossen - und prompt erreicht die Diskussion darüber wieder Deutschland.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat die Prüfung eines Kopftuchverbots für Schulkinder gefordert. Dass kleine Mädchen Kopftücher trügen, sei absurd. Dieser Ansicht seien auch die meisten Muslime, sagte die CDU-Politikerin der "Bild"-Zeitung.

Das sei tatsächlich so, erklärt SWR-Religonsredakteur Ulrich Pick.

Auch Zuspruch in der SPD

Auch die SPD-Familienpolitikerin Leni Breymaier spricht sich für ein Kopftuchverbot für Schulkinder aus. Das sei für sie keine religiöse, sondern eine gesellschaftliche Frage, eine Frage der Gleichstellung.

Marcus Weinberg, der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, sieht ein Verbot nach österreichischem Vorbild kritisch. Es benachteilige auch die Mädchen, die sich freiwillig dafür entschieden hätten, ein Kopftuch als Zeichen ihrer Religion zu tragen, so Weinberg in der "Bild"-Zeitung. Er verwies auf das Recht, seine Religion frei ausüben zu können.

Die Diskussion ist nicht neu: Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium hat sich schon vor längerem für ein Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren ausgesprochen - bisher ohne Ergebnis. In Österreich hat das Parlament am Mittwoch ein Kopftuchverbot für Grundschulkinder beschlossen.

Dazu ein Kommentar von ARD-Wien-Korrespondent Clemens Verenkotte.

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