Initiative gegen Upskirting: Frauen soll nicht unters Kleid fotografiert werden (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jane Barlow/PA Wire/dpa)

Fotografieren unter Röcke und Kleider Initiative gegen intime Fotos: "Upskirting" soll strafbar werden

Frauen unter Röcke und Kleider zu fotografieren soll strafbar werden. Das wollen drei Bundesländer mit einer Initiative erreichen, darunter Baden-Württemberg.

Wenn jemand seine Kamera von unten so hält, dass er Fotos unter dem Rock oder Kleid einer Frau machen kann, nennt man das "Upskirting".

Die Justizminister von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern kritisieren, dass solche Aufnahmen des Intimbereichs nach geltendem Recht meistens nicht strafbar seien - anders als wenn Fotos zum Beispiel unbefugt innerhalb einer Wohnung geknipst werden und damit den "höchstpersönlichen Lebensbereich" von Frauen verletzen würden.

Justizminister Wolf: beschämender Eingriff in Intimsphäre

Symbolbild: Mann macht mit Selfiestick Foto unter Rock einer Frau (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Capital Pictures)
Das so genannte Upskirting ist bislang nicht verboten (gestellte Szene) picture alliance/Capital Pictures

Daher wollen die drei Länder erreichen, dass "Upskirting" unter Strafe gestellt wird und bereiten einen entsprechenden Gesetzentwurf für eine Bundesratsinitiative vor. Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) sagte, das sei ein beschämender und verletzender Eingriff in die Intimsphäre.

Platzverweise und Beschlagnahme von Handys leichter möglich

Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) ergänzte: Es könne nicht länger von solchen "zufälligen Sachverhaltsumständen" abhängen, ob demütigende, verletzende Eingriffe in die Privatsphäre von Frauen eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit seien. Ein eigener Straftatbestand würde es der Polizei erleichtern, gegen Täter vorzugehen, Personalien aufzunehmen, Platzverweise zu erteilen und Fotoapparate oder Handys zu beschlagnahmen.

Hanna aus Ludwigsburg hat "Upskirting" erlebt. Jetzt kämpft sie dafür, dass es strafbar wird:

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