Ein Unterstützer der NPD bei einer Kundgebung (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Im hessischen Altenstadt Bundesweites Entsetzen über Ortsvorsteher-Wahl eines NPD-Politikers

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Bundespolitiker haben entsetzt auf die Wahl des NPD-Politikers Stefan Jagsch zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung in Hessen reagiert.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb per Twitter, die Entscheidung sei "unfassbar und mit nichts zu rechtfertigen". Die SPD habe eine ganz klare Haltung: "Wir kooperieren nicht mit Nazis." SPD-Vize Ralf Stegner schrieb ebenfalls auf Twitter: ""Man weiß gar nicht, ob einen die Dummheit oder die Dreistigkeit dieses Vorgangs mehr erschüttern soll."

HR-Reporter Klaus Pradella berichtet im Audio über Reaktionen und Erklärungsversuche in Altenstadt.

CDU droht mit Konsequenzen

Der CDU-Politiker Peter Tauber hat beteiligten Parteifreunden mit Konsequenzen gedroht. "Wem der politische und moralische Kompass fehlt und als Demokrat eine solch verantwortungslose Wahlentscheidung trifft, ist in der CDU und auf einer CDU-Wahlliste untragbar", twitterte er.

Die CDU in Wetterau und Altenstadt erklärten gemeinsam, die NPD verfolge nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfassungsfeindliche Ziele, die Wahl eines Politikers dieser Partei sei "für die CDU unfassbar und untragbar". Die "falsche Entscheidung" müsse korrigiert worden, wozu bereits Gespräche aufgenommen worden seien.

Führender Funktionär der NPD

Der Ortsbeirat von Altenstadt-Waldsiedlung im hessischen Wetteraukreis hat den NPD-Politiker Jagsch am Donnerstagabend zum Ortsvorsteher gewählt - er war der einzige Kandidat. Alle sieben anwesenden Abgeordneten haben für ihn gestimmt, darunter auch Vertreter von CDU, SPD und FDP.

Jagsch ist seit vielen Jahren einer der führenden Funktionäre der hessischen NPD. Er war bereits Landesvorsitzender und kandidierte für mehrere Bundestagswahlen.

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