YouTube App auf einem Smartphone (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Werberegeln und Zensur bei Youtube Youtuber und Gewerkschaft IG Metall arbeiten jetzt zusammen

Youtuber verdienen ihr Geld damit, Videos für die Plattform zu produzieren - unter Bedingungen, die ihnen der Konzern vorschreibt. Die Bewegung Youtubers Union wird nun von der IG Metall unterstützt.

Im Frühjahr 2017 hat Youtube seine Regeln für Werbeeinnahmen geändert. "Der Konzern entscheidet seitdem darüber, ob ein Video von Werbung ausgesperrt wird oder nicht oder ob es im schlimmsten Fall sogar gelöscht wird", erklärte Robert Fuß im SWR.

Einer der Betroffen ist der Youtuber Jörg Sprave: "Vielen professionellen Creators wurde von heute auf morgen die Existenzgrundlage entzogen. Bei mir brachen innerhalb von vier Wochen 80 Prozent weg."

Im Audio hören Sie, Robert Fuß von der IG Metall im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich:

Youtubers Union + IG Metall = FairTube

Das wollte Sprave nicht länger hinnehmen und hat deshalb die Youtubers Union gegründet. Die Online-Bewegung hat inzwischen 20.000 Mitglieder. Sie setzt sich für die Rechte von Youtubern ein und wird das in Zukunft zusammen mit der IG-Metall tun - FairTube nennt sich das Gemeinschaftsprojekt. Das Ziel sind nach Angaben der IG-Metall faire Arbeitsbedingungen im Bereich Video-Crowdworking.

Warum gerade diese Gewerkschaft? Sie interessiere sich einfach am meisten von allen für die neuen Verdienstmöglichkeiten im Internet, so Youtuber Sprave, deswegen arbeite man mit ihr zusammen.

Dem Konzern liegen die Forderungen schon vor

Vor einer Woche wurden Youtube Forderungen übermittelt. Eine der wichtigsten ist Transparenz.

Sie wollten wissen, nach welchen Kriterien der Konzern entscheidet, ob Werbung gezeigt wird oder nicht, warum ein Video gelöscht werde oder nicht, erklärte Fuß: "Das ist aus unserer Sicht Willkür und das kann nicht sein." Außerdem müsse es endlich einen direkten Kontakt in der Kommunikation geben. Bislang werde man nur mit automatisch generierten E-Mails abgespeist. Man kämpfe für eine unabhängige Schlichtungsstelle.

Youtube habe jetzt vier Wochen Zeit, Gespräche aufzunehmen und in Verhandlungen einzusteigen.

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