Die Zecke Hyalomma hat einen schwarzen Körper und hell-gestreifte Beine (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Andrea Schnartendorff, Robert Koch-Institut)

Hyalomma überträgt lebensbedrohliches Virus Gefährliche Zecke in Deutschland auf dem Vormarsch

Die Zecke Hyalomma ist in Deutschland angekommen. Sie kommt über Vögel zu uns und kann ein gefährliches Virus in sich tragen.

Die Hyalomma wird über Zugvögel von Afrika und dem Balkan nach Deutschland transportiert, "da sie sich an Vögeln sehr lange festhalten kann, manchmal sogar bis zu 30 Tage," sagte Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim im SWR.

Mackenstedt beschäftigt sich schon länger mit der Hyalomma. "Die Zecken, die auf den Vögeln hier her kommen, sind im Larven-Stadium. Wenn sie sich dann von dem Vogel abfallen lassen, häuten sie sich zu erwachsenen Zecken", so die Professorin.

Die Zecke gilt als Überträger einer schweren Erkrankung

Die Zecke kann das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber übertragen. "Das ist eine schwerwiegende Viruserkrankung, die auch tödlich verlaufen kann," so Mackenstedt. Allerdings wurden diese Viren in denjenigen Zecken, die die Forscherin bisher untersucht hat, nicht nachgewiesen.

Es gibt keinen Impfstoff - und wenig Hintergrundwissen

Das Problematische sei der Schutz: "Gegen das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber kann man sich nicht impfen lassen." Die Forscherin sagt, im Moment wisse man noch zu wenig. "Wir müssen das eben sehr genau beobachten und diese Exemplare weiter untersuchen, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Krankheitserreger sie überhaupt hier nach Deutschland bringen." Deshalb bittet die Uni Hohenheim verdächtige Zecken einzusenden.

Das gesamte Gespräch mit Ute Mackensteck von der Uni Hohenheim hören Sie im Audio.

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