Höhere Belastung für Eigentümer und Mieter Viele Städte und Gemeinden haben die Grundsteuer angehoben

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Die Grundsteuer ist eine wichtige Geldquelle der Kommunen. Im vergangenen Jahr wurde sie vielerorts erhöht. In einer Kommune im Südwesten ist die Steuer besonders hoch.

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Mehr als jede zehnte Stadt oder Gemeinde in Deutschland hat im vergangenen Jahr die Grundsteuer angehoben. Das geht aus einer Erhebung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Dierfeld in Rheinland-Pfalz bundesweit in der Spitzengruppe

Auch in Rheinland-Pfalz haben viele Kommunen an der Steuerschraube gedreht, je nach wirtschaftlicher Lage. Einer der Spitzenreiter in Deutschland ist der Studie zufolge dabei die rheinland-pfälzische Gemeinde Dierfeld im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Der Hebesatz liegt dort bei 900 Prozent.

Daneben gibt es in Rheinland-Pfalz aber auch Gemeinden, die keine Grundsteuer erheben, wie Bergenhausen und Wahlbach im Rhein-Hunsrück-Kreis oder die Gemeinde Reuth im Kreis Vulkaneifel.

Ein Schild weist den Weg zur Gemeinde Dierfeld im Kreis Bernkastel-Wittlich. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance /dpa/Thomas Frey)
Die Gemeinde Dierfeld im Landkreis Bernkastel-Wittlich gehört mit einem Hebesatz von 900 Prozent bei der Grundsteuer B zu den Städten und Gemeinden mit den höchsten Sätzen in Deutschland. picture alliance /dpa/Thomas Frey

Große Bandbreite in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg ist die Bandbreite groß. In Büsingen am Hochrhein beträgt der Hebesatz null, in Aulendorf im Landkreis Ravensburg 750 Prozent. Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, in denen eher weniger an der Steuerschraube gedreht wird. Nur jede zwölfte Kommune zwischen Odenwald und Bodensee erhöhte der Erhebung zufolge im vergangenen Jahr den Grundsteuersatz.

Im Schnitt wurden die Baden-Württemberger laut Studie bei der Grundsteuer mit rund 158 Euro pro Kopf im vergangenen Jahr belastet, die Rheinland-Pfälzer mit 140 Euro.

Am höchsten war die Steuerlast mit durchschnittlich 206 Euro pro Kopf in Nordrhein-Westfalen, am niedrigsten in Brandenburg mit 106 Euro. Insgesamt, so stellen die Autoren der Studie fest, hat die gute Konjunktur zur finanziellen Entlastung der Kommunen geführt. Dadurch habe der Trend, Steuern zu erhöhen, in vielen Gemeinden nachgelassen.

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