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Tanken und Heizen werden teurer, Strom wird günstiger Klimapaket: Das kommt im Alltag auf die Bürger zu

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Wenn das Klimapaket der Bundesregierung anfängt zu greifen, dann wird es kaum einen Bürger geben, der nicht betroffen ist. Manches wird teurer, aber dafür sollen die Verbraucher an anderer Stelle entlastet werden.

Die Große Koalition hat sich auf einen Maßnahmenkatalog zur Erreichung der Klimaziele 2030 geeinigt. Eine CO2-Steuer soll nicht kommen, dafür aber ein Preis auf jede Tonne CO2. Der liegt ab 2021 bei zehn Euro und steigt bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne an. Was bedeutet das konkret für die Bürger?

Hier wird es teurer:

CO2 wird bepreist: Ab 2021 bekommt jede Tonne des klimaschädlichen CO2, die ausgestoßen wird, einen Preis. Dadurch werden Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas teurer. Aber der Anstieg beim Tanken und Heizen ist sehr moderat. Benzin und Diesel etwa werden 2021 pro Liter etwa drei Cent mehr kosten. Nach weiteren Schritten sind es 2026 etwa neun bis 15 Cent mehr.

Kfz-Steuer soll sich nach CO2-Ausstoß richten: In Zukunft soll sich die Kfz-Steuer mehr an der CO2-Effizienz des Fahrzeugs bemessen. Wer sich also einen großen Spritfresser kauft, wird stärker zur Kasse gebeten.

Fliegen wird teurer: Die Ticketsteuer soll erhöht werden. Im Gespräch ist eine Verdopplung. Aktuell liegt sie bei Inlandsflügen bei 7,38 Euro pro Ticket.

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Hier werden die Bürger entlastet:

Pendlerpauschale steigt: Menschen, die auf dem Land wohnen und aufs Auto angewiesen sind, sollen nicht zu sehr belastet werden. Daher wird die Pendlerpauschale angehoben. Ab 2021 kann man pro Kilometer dann 35 statt bisher 30 Cent von der Steuer absetzen.

Höhere Prämien für Kauf von E-Autos: Damit bald mehr Elektroautos auf deutschen Straßen fahren, will die Regierung ihren Kauf verstärkt fördern. Die Kaufprämie soll allerdings nur für Modelle erhöht werden, die weniger als 40.000 Euro kosten, also tendenziell kleinere Autos.

Bahnfahren wird preiswerter: Außerdem will die Große Koalition die Mehrwertsteuer für Fernzugtickets ab kommendem Jahr von 19 auf sieben Prozent sinken. Diese Preisermäßigung will die Deutsche Bahn an die Kunden weitergeben.

Klimafreundliche Heizungen werden gefördert: Der Umstieg von einer alten Ölheizung auf ein modernes, klimafreundlicheres Modell wird unterstützt. Der Staat beteiligt sich mit bis zu 40 Prozent an den Kosten. Zudem soll der Einbau neuer Ölheizungen ab 2026 weitgehend verboten sein.

Strom wird günstiger: Während die Ausgaben beim Tanken und Heizen schrittweise steigen, soll der Strompreis schrittweise sinken, indem die sogenannte EEG-Umlage zur Ökostromförderung abgesenkt wird

Fazit:

Für den Verbraucher ist die Liste der Entlastungen deutlich länger als die der Belastungen. Die Regierung versichert, die höheren Kosten für den Klimaschutz würden sozial verträglich gestaltet. Niemand solle überfordert werden.

Damit, so meint SWR-Hauptstadtkorrespondent, Christopher Jähnert, wird sich aber kaum jemand zum Umdenken bewegen lassen:

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