Das Konferenz-Zentrum in Kattowitz (Foto: picture-alliance / dpa)

Halbzeit-Bilanz COP24 Klimakonferenz Kattowitz: "Ordentliche Schritte vorwärts gemacht"

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Zum Ende der ersten Woche der Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz hat die Europäische Union ihren Führungsanspruch beim Klimaschutz betont. Doch die wirklichen Entscheidungen stehen noch an.

"Beim Klimaschutz ist vor allem wichtig, dass man seine eigene Zusagen einhält", betont die EU-Delegationschefin Elina Bardram. "Die EU hatte zugesagt, ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent zu senken gegenüber 1990. Schon letztes Jahr waren wir bei minus 22 Prozent."

Weiter betont Bardram: "Wir halten auch unsere Finanzzusagen. Im vergangenen Jahr haben wir alleine 40 Prozent aller Zahlungen von Industrie- an Entwicklungsländer geleistet." Und Bardam sagt, die EU werde weiter liefern.

Elina Bardram (Foto: picture-alliance / dpa)

Bis 2050 klimaneutral

Die Kommission hat gerade einen Entwurf für eine Langfriststrategie zum Klimaschutz vorgelegt. Darin steht, dass sie bis 2050 klimagasneutral sein soll, also die Atmosphäre nicht mehr belasten will.

Die EU hat bisher aber keine neuen Zielwerte für die nächsten Jahre vorgelegt. "Das ist nicht die endgültige Strategie", sagt Bardram. "Es ist nur der Anfang einer Debatte. Und wir wollen das mit allen Beteiligten bis 2020 fertig haben."

"Es steht einiges auf dem Spiel"

Und dann auch mit einem klaren Fahrplan, der an die Klimakonferenz übermittelt werden wird. Helmut Hojeski, Chef der österreichischen Delegation, die dem EU-Vorsitz innehat, macht klar, dass in Kattowitz einiges auf dem Spiel steht.

"Das ist eine entscheidende Klimakonferenz, die wichtigste seit dem Paris-Gipfel vor drei Jahren, wo wir das historische Abkommen geschlossen haben", sagt Hojeski. "Denn in Paris haben wir alle zugestimmt, dass wir bis 2018 das Regelwerk fertig haben, mit dem wir das auch alles wirklich umsetzen können."

"Zwei Drittel des Textes sind raus"

Mit dem Stand der Verhandlungen nach der ersten Woche ist er zufrieden. "Alles in allem war die Arbeit konstruktiv und gut, wir haben ordentliche Schritte vorwärts gemacht.", sagt Hojeski. "Wir haben die pure Massen an Texten von über 300 auf etwas über 100 Seiten runter gebracht. Zwei Drittel des Textes sind raus. Das ist ein gutes Zeichen. Aber wir sind nicht am Ziel."

Noch bis Freitag wollen die Delegierten verhandeln. Ab Dienstag werden viele Staaten auf Ministerebene vertreten sein. Dann geht die Konferenz in die politische Phase, dann stehen wirkliche Entscheidungen an.

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