Gunther Krichbaum (CDU) (Foto: SWR)

Gunther Krichbaum (CDU) im SWR-Interview zum Brexit "Großbritannien soll in der EU bleiben"

Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses des Bundestages, Gunther Krichbaum (CDU), hofft weiter auf einen Exit vom Brexit. Im SWR-Interview der Woche sagte er, es lohne sich, "bis zum letzten möglichen Augenblick" dafür zu werben, "dass Großbritannien Mitglied der EU bleibt."

Man sei in vielen Bereichen aufeinander angewiesen, wie zum Beispiel in der Außenpolitik, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, aber auch in der Wirtschaftspolitik, sagte Krichbaum.

Ein Brexit ohne Abkommen "wäre auch für unsere Wirtschaft fatal." Besonders nannte er die Maschinenbauindustrie etwa in Baden-Württemberg: "Die hätte größte Probleme, wenn dann plötzlich wieder Zölle an der Tagesordnung wären."

Das komplette SWR-Interview der Woche mit Gunther Krichbaum können Sie sich im Audio anhören:

Keine Fehler von Seiten der EU

Fehler der EU in Bezug auf die Brexit-Verhandlungen sieht Krichbaum nicht. Im Gegenteil: Der EU seien Kompromisse abverlangt worden. So habe Großbritannien zum Beispiel bei der Personenfreizügigkeit oder der Warenfreizügigkeit "Zugeständnisse bekommen, die wir anderen Staaten gegenüber nicht gemacht haben".

Allerdings habe die EU das nicht deutlich genug gemacht. Es habe keine Interviews gegeben, in denen Regierungschefs "mit schmerzverzerrtem Gesicht gesagt hätten, hier geht das alles viel zu weit und was die Europäische Union gemacht hat, das können wir da gar nicht akzeptieren." So sei "auf der Insel der Eindruck (entstanden), als habe nur Großbritannien sich bewegt."

Europawahl: "Weber wird's können"

Den Spitzenkandidaten der konservativen Parteienfamilie EVP für die Europawahl, den CSU-Politiker Manfred Weber, hält Krichbaum als EU-Kommissionspräsidenten für geeignet. Er habe "bienenfleißig" jedes Mitgliedsland der EU bereist und wisse daher, was die Menschen bewege.

Einwände, dass Weber keine Regierungserfahrung habe, wehrt Krichbaum ab: "Er wird's können!" Und weiter: "Es ist doch mal erfrischend, wenn nicht jemand in die Kommission hineinkommt, der vielleicht jahrelang ein Regierungsamt innehatte, sondern der Parlamentarier war mit Leib und Seele."

REDAKTION
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