Ska Keller, Spitzenkandidatin der Grünen (Foto: Imago, Peter Endig)

SWR-Interview der Woche Grünen-Spitzenkandidatin Keller: "Die Europawahl ist eine Klimawahl"

Die Europawahl rückt immer näher. Ska Keller, Spitzenkandidatin der Grünen, fordert im SWR Interview der Woche die Besinnung auf die Kernversprechen der Europäischen Union: "Frieden, Wohlstand, Demokratie und Freiheit - das kommt gerade unter die Räder."

Es gebe Parteien, die wollten die Europäische Union abschaffen, Mauern und die Grenzen wieder hochziehen und dichtmachen. Andere sagten, "einfach so weitermachen wie bisher". Die Grünen würden dagegen die Europäische Union stärken und voranbringen wollen. Es gehe dabei um die Klimakrise, die Globalisierung in gerechte Bahnen zu lenken und Steuerschlupflöcher zu schließen.

Das komplette SWR Interview der Woche mit Ska Keller hören Sie im Audio.

Dauer

"Die Europawahl ist eine Klimawahl"

Die Europawahl sei eine Klimawahl, sagte Keller. Sie werde darüber entscheiden, ob wirklich etwas gegen die Klimakrise getan werde oder nicht. Die Europäische Union brauche ganz konkrete, klare Klimaziele.

"Wir müssen damit aufhören, fossile Technologien zu subventionieren", so Keller. Zurzeit würden dafür rund 55 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben. "Wenn wir allein damit aufhören würden, dann hätten wir schon sehr, sehr viel Geld frei für Weiterentwicklung erneuerbaren Energien, Speichertechnologien zum Beispiel."

Nina Barth vom SWR-Haupstadtstudio mit der Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller (Foto: SWR)
Nina Barth vom SWR-Hauptstadtstudio und Ska Keller, die Spitzenkandidatin der Grünen

"Wir brauchen eine faire und solidarische Verteilung von Asylsuchenden"

Bei der Migrationspolitik appelliert die Grünen-Spitzenkandidatin an andere Länder, sich nicht hinter Ungarns Regierungschef Victor Orban zu verstecken. "Wir brauchen eine faire und solidarische Verteilung von Asylsuchenden auf die gesamte Europäische Union. (…) Im Europäischen Parlament haben wir es geschafft, eine gemeinsame Migrationspolitik zu erarbeiten, über die Fraktionsgrenzen hinweg."

"Ich habe das Gefühl, dass sich manche vielleicht auch ein bisschen hinter Orban verstecken und sagen, Ungarn will ja nicht, da können wir nichts machen."

Ska Keller, Spitzenkandidatin der Grünen

Aber sie könnten etwas tun, so Keller. Es gebe das Instrument der verstärkten Zusammenarbeit. "Dann können 10, 15, 20 Staaten sagen, wir gehen gemeinsam voran, wir machen den Anfang."

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG