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Greta Thunbergs Rede sorgt für Gänsehaut "Alles, woran Ihr denken könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wachstum"

Nach der Eröffnungsrede von UNO-Generalsekretär António Guterres hatte die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg das Wort. Die 16-Jährige rechnete schonungslos ab mit der Klimapolitik der Regierungen.

Aus der Initiatorin der "Fridays for Future"-Bewegung sprachen Wut und Verzweiflung, als sie den Regierungen vorwarf, seit 30 Jahren die Warnungen der Wissenschaft zu ignorieren und nicht genug für den Klimaschutz zu tun.

Eine Gänsehaut-Rede habe die 16-Jährige vor den Vereinten Nationen gehalten, meint Korrespondentin Antje Passenheim im Audio:

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"Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum - wie könnt Ihr es wagen?"

Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel

Das Verhalten der Regierungen mache sie wütend, so Thunberg. Doch sie wolle nicht glauben, dass die Regierungen böse seien. Dennoch fühle sich die Jugend verraten. Mit Tränen in den Augen fragte sie die Anwesenden "wie könnt Ihr nur weiter wegschauen?"

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Vor der Eröffnung des Klimagipfels hatte die schwedische Umweltaktivistin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen.

Merkel nahm in ihrer Rede die Industrienationen in die Pflicht. Sie betonte, dass es keinen Zweifel gäbe, dass der Klimawandel im Wesentlichen von Menschen gemacht sei. Die Industrienationen seien die Hauptverursacher für den Klimawandel. Die Entwicklungsländer dagegen die Hauptleidtragenden.

"Die Erderwärmung ist eine globale Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann, denn wir haben alle nur eine Erde."

Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU
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Trump als unangekündigter Gast

Völlig überraschend erschien auch US-Präsident Donald Trump beim Klimagipfel. Er hatte im Vorfeld abgesagt und das mit anderen Terminen begründet.

Die Rede Thunbergs verpasste Trump, der nach seinem Amtsantritt veranlasst hatte, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Die vollständige Einhaltung der Beschlüsse aus diesem Abkommen, ist das Hauptanliegen der 16-Jährigen Umweltaktivistin.

In dem Abkommen haben sich die Staaten 2015 freiwillig darauf verpflichtet, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Gastgeber Guterres fordert schnelles Handeln

UNO-Generalsekretär António Guterres hatte zu schnellem Handeln gemahnt. "Überall auf der Welt schlägt die Natur mit Wut zurück", so Guterres und zählte die Naturkatastrophen der vergangenen Monate auf. Zudem sei der Juli dieses Jahres der heißeste jemals gemessene gewesen.

"Wenn wir nicht dringend unseren Lebensstil ändern, setzen wir das Leben selbst aufs Spiel."

UN-Generalsekretär António Guterres

Es sei keine Zeit mehr, um lediglich über das Klima zu verhandeln. Nur wenn sofort Maßnahmen ergriffen würden, könne das Rennen gegen den Klimawandel gewonnen werden.

Zum Klimagipfel sind rund 60 Staats- und Regierungschefs nach New York gereist. Vor Beginn des Treffens hatten sich 66 Staaten sich dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden.

REDAKTION
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