Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

"Geteilte Geschichte(n)" 30 Jahre friedliche Revolution: Steinmeier fordert mehr Wertschätzung ein

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Am Jahrestag des Mauerbaus hat Bundespräsident Steinmeier zu einer Gesprächsreihe über die friedliche Revolution in der DDR geladen. Er warnt vor Angstmacherei zu Wahlkampfzwecken.

30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR fordert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von der Gesellschaft mehr Wertschätzung ein. Er warnt vor einer Instrumentalisierung des Erbes von 1989.

"Perfide Verdrehung der Geschichte"

Zum Auftakt einer Gesprächsreihe im Schloss Bellevue am 58. Jahrestag des Mauerbaus fand der Bundespräsident klare Worte: "Wenn politische Gruppierungen versuchten, das Erbe von '89 für ihre Angstparolen zu stehlen, dann ist das eine perfide Verdrehung der Geschichte."

"Demokratie und Freiheit haben damals gesiegt - nicht Nationalismus und Abschottung."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Steinmeier sieht neue Mauern in der Gesellschaft

Diese Sätze gingen klar in Richtung AfD, die vor den drei Landtagswahlen im Osten gerade mit Slogans wirbt wie "Vollende die Wende" oder "Wir sind das Volk - damals wie heute". Steinmeier beklagte, in der Gesellschaft hätten sich neue Mauern aufgetan.

Der Freiheitskampf von 1989 müsse heute aufs Neue geführt werden, so der Bundespräsident. Er wünsche sich einen "Solidarpakt der offenen Ohren und der Wertschätzung". Zu viele Geschichten aus der Wendezeit seien nicht erzählt worden.

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